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Der Franzose ist zu lange gewöhnt gewesen, sich für unvergleichlich zu halten, um sich plötzlich zu vergleichen; seine Überschätzung hat so unendlich viel Erinnerung und Tradition, daß sie es aus sich heraus bis zum reinsten Entzücken bringt, indem jede Überhebung (genau wie die Hermann Keyserlings so oft) hinreißend und schuldlos wird. Auch liegt es ja gewissen Temperamenten so nahe, das Fremde in der Schattierung des Feindlichen und Bösen zu sehen -, des unvereinlich "Andere" -, und was ist für den Franzosen nicht, durch die Zeiten hin, das einfach "Andere" gewesen! Ich muß immer denken, wie un-unmöglich es war, Rodin einen ausländischen, österreichischen oder skandinavischen Namen beizubringen; man durfte ihn vorsprechen so oft und so genau man nur konnte -, er hörte ihn anders, und wie das französische Ohr, so sind auch die übrigen Sinne des Franzosen durchaus unumstellbar. Aus einem Brief an Erwein Freiherrn von Aretin vom 31. März 1921 |