Gedicht gesucht - von Grenzen und fliegen

Rilke-Texte gesucht und gefunden

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missy
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Gedicht gesucht - von Grenzen und fliegen

Beitrag von missy » 30. Sep 2007, 18:00

Hallo,
ich habe heute ein schönes Gedicht von Rilke gehört und hätte jetzt gerne den genauen Wortlaut.

Sinngemäß geht es darum, dass jemand im Leben mit vielen Grenzen zu kämpfen hatte und sich dann für's fliegen entschieden hat.

Ich hoff ihr könnt mir helfen?
Vielen Dank!

Missy

DoMi
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Beitrag von DoMi » 30. Sep 2007, 18:09

Hallo Missy,

kann es sein, dass du "Die Erblindende" meinst?

Die Erblindende


Sie saß so wie die anderen beim Tee.
Mir war zuerst, als ob sie ihre Tasse
ein wenig anders als die andern fasse.
Sie lächelte einmal. Es tat fast weh.

Und als man schließlich sich erhob und sprach
und langsam und wie es der Zufall brachte
durch viele Zimmer ging (man sprach und lachte),
da sah ich sie. Sie ging den andern nach,

verhalten, so wie eine, welche gleich
wird singen müssen und vor vielen Leuten;
auf ihren hellen Augen die sich freuten
war Licht von außen wie auf einem Teich.

Sie folgte langsam und sie brauchte lang
als wäre etwas noch nicht überstiegen;
und doch: als ob, nach einem Übergang,
sie nicht mehr gehen würde, sondern fliegen.

Aus: Neue Gedichte (1907)

Liebe Grüße

Dominik

missy
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Beitrag von missy » 30. Sep 2007, 18:18

Hallo, vielen Dank schon mal, aber das ist leider nicht das, was ich suche.

Es geht darum, dass das Leben auf Erden ziemlich schwierig ist, viele Grenzen durchbrochen wurden und er sich am Ende für's fliegen entscheidet.

Ich war heute am Grab von einem lieben Freund, der sich vor 4 Jahren das Leben genommen hat. Zu diesem Anlass haben es seine Eltern vorgelesen, falls das weiter hilft.

Ich hoffe, irgendwer weiß trotz meiner komischen Beschreibung was ich meine. Herr Google kann mir leider auch nicht helfen.. ;)

LG Missy

DoMi
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Beitrag von DoMi » 30. Sep 2007, 18:49

Hallo....
schade, dachte, dass es auf deine Beschreibung passt...
Ist dies vielleicht aus dem Gedicht, welches verlesen wurde??

Da muß er lernen von den Dingen,
anfangen wieder wie ein Kind,
weil sie, die Gott am Herzen hingen,
nicht von ihm fortgegangen sind.
Eins muß er wieder können: fallen,
geduldig in der Schwere ruhn,
der sich vermaß, den Vögeln allen
im Fliegen es zuvorzutun.

Ansonsten könntest du mal hier ein paar deiner Erinnerungen in die Suchfunktion eingeben. Vielleicht erscheint dann, was du suchst...

Viel Glück noch weiterhin!

Liebe Grüße

Dominik

missy
Beiträge: 3
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Beitrag von missy » 30. Sep 2007, 21:42

Leider ist es das auch nicht. Die Suchfunktion hilft mir auch nicht weiter. Langsam fang ich an an mir zu zweifeln...

Ich bin mir aber schon sehr sicher dass er Rilke gesagt hat. Der letzte Satz war glaub ich "entschied er sich zu fliegen".
Ich würde dieses Gedicht so gerne nochmal lesen und neben das Foto von ihm hängen, weil es einfach so gut gepasst hat.

Vielleicht kann mir ja jemand anders helfen?

Vielen Dank!

Mikado
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Beitrag von Mikado » 30. Sep 2007, 21:53

Hallo, missy,

ja, das ist schon schwer und es tut mir leid für Dich, dass mit Deinem Freund. Nun, wie wäre es denn, wenn Du seine Eltern, die das Gedicht vorgelesen haben, mal danach fragst ? Sie wissen es bestimmt noch. Wenn Ihr es gefunden habt, wäre es schön, Du könntest es hier ins Forum stellen. Auch mich interessiert es sehr !

Viel Erfolg !

Mikado :lol:
"Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen." (Ernst Bloch)

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