Benn zum Stundenbuch

Rilke-Texte gesucht und gefunden

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Bo
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Benn zum Stundenbuch

Beitrag von Bo » 3. Feb 2008, 18:06

Hallo,
wie ich aus mehreren Anmerkungen erfahren habe, gibt es eine frühe, sehr kritische Bemerkung von Gottfried Benn zum 'Stunden-Buch'. Aber wie lautet sie - und an welcher Stelle ist sie gedruckt?
Wenn mir da auf der Suche jemand helfen kann, wäre ich sehr dankbar.
Bo

helle
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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von helle » 4. Feb 2008, 19:44

Hallo Bo,

vermutlich ist die Stelle aus dem »Lebensweg eines Intellektualisten« gemeint, das ist jedenfalls im Werkkontext die früheste (»früh« kann man sie eigentlich nicht nennen – 1934), die man aufs »Stundenbuch« beziehen kann, sie lautet: »Innerhalb dieser Lage begann meine Generation. Sie sah Rilke weich werden und sich treiben lassen von jeder Schwermut zu jedem Reim und zum lieben Gott [...]«.

Es gibt ja dieses Prosastück »Rilke«, das finde ich schon ziemlich witzig, obwohl das nicht jeder Forumsteilnehmer so sehen wird, es ist 1936 entstanden, wurde aber erst 13 Jahre später, 1949 in der »Ausdruckswelt« veröffentlicht, auch da bezieht sich Benn auf das »Stundenbuch«. Wenn ich jetzt nicht so unlustig wäre, würde ich den ganzen Text abschreiben, im Netz scheint er sich nicht zu finden, aber wer will, kann ihn ja auf konventionelle Weise nachlesen. Aufs »Stundenbuch« bezogen, heißt es da: »Rilke konnte allerdings noch die Seiten seiner Briefe mit Namen von Edelleuten füllen, die eine sehr schöne Sammlung von – denk nur – alten livres d'heures besitzen und Ländereien und ein Schloß in der Ukraine und ein Gestüt, wo sie arabische Pferde ziehen, das klang noch nicht so fade, obschon es an lauter Gräfinnen und aus lauter Schlössern stammte [...]«, das ist der Anfang. Und gegen Ende: »[...] Gemisch von männlichem Schmutz und lyrischer Tiefe, bezärtelt von Duchessen, hingeströmt in Briefen an die breithüftige Ellen Key – das ist die Größe von 1907. Glückliches Vaterland! Schließlich reimt sich alles, und es findet sich immer noch ein gräfliches Schloß, von dem aus man die Armen bedichtet; Gott erhört und die Federn geraten in Bewegung!« Und ganz am Ende sagt Benn, Rilke habe jenen Vers geschrieben, »den meine Generation nie vergessen wird: "Wer spricht von Siegen –, Überstehn ist alles!"«

Merkwürdig finde ich, daß er das »Stundenbuch« also gekannt, den berühmten »Herbsttag« aber übersehen oder vergessen haben muß, weil er noch ziemlich spät, ich habe die Stelle jetzt nicht, ich glaube an seinen Bremer Bekannten und Briefpartner Oelze dieses Gedicht erwähnt, und meint, es bis dahin nicht gekannt zu haben.

Zu den Merkwürdigkeiten des Verhältnisses Rilke-Benn und der deutschen Literaturgeschichte überhaupt zählt, daß sich eine biographische Beziehung noch ca. zwei Jahrzehnte nach Rilkes Tod ergibt. Darüber berichtet Harald Steinhagen in seinem Buch »Die statischen Gedichte von Gottfried Benn«: »Als Oelze am 3. April [1945] Nienburg mit dem Befehl verließ, eine Truppe über die Elbe nach Schleswig-Holstein zu bringen, befanden sich im Packwagen die Typoskripte, die Benn ihm am 23. Januar aus Landsberg geschickt hatte [i.e 'Weinhaus Wolf', 'Roman des Phänotyp' und das Konvolut 'Ausdruckswelt'], und die 'Statischen Gedichte' vom 3. Januar 1945. Da er befürchtete, daß die ihm anvertrauten Typoskripte verlorengehen könnten, wenn er in Gefangenschaft geriete, fuhr Oelze während eines Aufenthalts in Seebergen (bei Bremen) am 16. April 1945 nach Fischerhude, um Clara Rilke die Typoskripte zur Aufbewahrung zu übergeben. Dort befanden sie sich, bis Frau Oelze sie ungefähr acht Wochen nach Kriegsende wieder abholte und nach Bremen brachte. « (S. 58)

Gruß, h.

Bo
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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von Bo » 6. Feb 2008, 17:17

Vielen Dank,
das ist viel mehr, als ich erwartet haben. Ich werde mich aumachen - in die Bibliothek.
Gruß von Bo

sedna
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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von sedna » 5. Dez 2010, 22:50

Es gibt Dichter, und es gibt Leute, die Gedichte schreiben.

Ein Dichter ist ein Dichter ist ein Dichter.

Kein Arzt oder Apotheker.

sedna :lol:
Zuletzt geändert von sedna am 21. Jun 2011, 03:16, insgesamt 1-mal geändert.
die ein ausbrechendes Lied in die Unsichtbarkeit wirft!

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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von gliwi » 5. Dez 2010, 22:58

Nun muss ich aber Benn verteidigen! Er ist ein Dichter! Ein ganz anderer als Rilke, klar, aber ein richtiger. Auch er hat einprägsame Gedichte geschrieben. Er hatte halt einen "Brotberuf" und hat sich nicht von 'Gräfinnen durchfüttern lassen, deshalb gibt es auch nicht so viele Gedichte von ihm. Es sind eben zwei völlig verschiedene Lebenskonzepte. Machen wir es doch, wie Goethe schon in Bezug auf Schiller empfohlen hat, streiten wir nicht, ob einer "besser" ist als der andere, sondern freuen wir uns, dass wir beide haben. :)
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. KANT

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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von sedna » 5. Dez 2010, 23:09

gliwi hat geschrieben:streiten wir nicht, ob einer "besser" ist als der andere, sondern freuen wir uns, dass wir beide haben. :)
D'accord, aber manchmal geht mir Benns Gemaule auf'n Keks :)

Und mir fiel beim Lesen dieses Fadens gerade ein, daß Gertrude Stein ihr Medizin-Studium vor Langeweile abgebrochen hatte ...
und außerdem noch der Kommentar eines Freundes (seines Zeichens A p o t h e k e r) von Alfred Kubin über Georg Trakl, der bei eben diesem A p o t h e k e r ein Volontariat gemacht hatte:

"... daß Trakl ein großer Dichter ist, mag gewiß sein - jedenfalls war er ein schlechter A p o t h e k e r ."

sedna :)

P.S. Warum unterliegt denn das Wort A p o t h e k e r einer Zensur ? :shock:
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stilz
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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von stilz » 6. Dez 2010, 11:46

Danke, gliwi, für die Verteidigung!

Ich kenne nicht sehr viel von Gottfried Benn.
Aber das, was ich doch von ihm kenne, würde ich niemals als "Gemaule" bezeichnen:
Vor ungefähr zwei Jahren machte mich ein Freund aufmerksam auf Paul Hindemiths Vertonung der Benn'schen Dichtung "Das Unaufhörliche" - Benn nannte diese gemeinsame Arbeit (1931 vollendet) den "Versuch eines modernen Oratoriums" (bei amazon gibt es übrigens Hörproben).

Klaus Mann sagte über diesen Text, er "warnt davor, über der Organisation der Erde jenes Geheimnis zu vergessen, das auch dann noch über unseren armen Leben walten wird, wenn die Güter dieser Erde endlich, endlich gerecht verteilt sein werden..."

Hier hat jemand den Text des einleitenden Chores ins Netz gestellt.

Selbst wenn Gottfried Benn nur dieses eine Werk gedichtet hätte, wäre das für mich Grund genug, ihn als bedeutenden Dichter anzusehen.

Und im CD-Booklet finde ich auch noch eine Äußerung Bertolt Brechts über Gottfried Benn:
  • beim anhören von versen
    des todessüchtigen benn
    habe ich auf arbeitergesichtern einen ausdruck gesehen
    der nicht dem versbau galt und kostbarer war
    als das lächeln der mona lisa
Wirklich. Rilke, Benn, Hindemith, Mann, Brecht - ich bin sehr, sehr froh darüber, daß wir sie alle "haben"!

Herzlichen Gruß

Ingrid (stilz)
"Wenn wir Gott mehr lieben, als wir den Satan fürchten, ist Gott stärker in unseren Herzen. Fürchten wir aber den Satan mehr, als wir Gott lieben, dann ist der Satan stärker." (Erika Mitterer)

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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von sedna » 6. Dez 2010, 13:00

Hier werden keine Gedichte von Gottfried Benn zitiert, sondern ein Gemaule, was nichts mit dem Stundenbuch und Rilkes großer Dichterpersönlichkeit zutun hat, sondern ausschließlich wie auch immer errungenen Seelenfrieden stören will! Das ist nicht fair - dem Kollegen und den Menschen gegenüber nicht!
Ein Dichter hat noch andere Aufgaben, als nur Verse zu schreiben. Ärzte und A p otheker sollen die Menschen ja auch heilen, nicht vergiften. Benns oben zitierte Wertungen vergiften die Menschen, Leser oder wen auch immer, die nicht so viel Ahnung haben und ein Sprachkunstwerk, eine Dichterseele mit einem falschen Bild (!), das heißt haltlosem Geplapper ( :mrgreen: ) über irgendwelche Lebensumstände, die keiner außer Rilke durchlebt hat, verknüpfen sollen.
Das ist das Schlimmste: den Leuten immer diese an Dusseligkeit nicht zu überbietenden Wertungen zuerst in den Kopf pflanzen zu wollen, wo die eigentliche Aufgabe eines echten Dichters ansetzen müßte: die Sorge darum, den Menschen gar nicht erst krank im Kopf werden zu lassen - Herzensbildung heißt das!

sedna
die ein ausbrechendes Lied in die Unsichtbarkeit wirft!

helle
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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von helle » 6. Dez 2010, 17:27

»Ein Dichter ist ein Dichter ist ein Dichter. Kein Arzt oder Apotheker«. – Wieso kann ein Arzt kein Dichter sein? Wo steht das geschrieben? Man darf vielleicht an Rilkes eigenen Wunsch erinnern, Arzt zu werden. Das ist nun wirklich höherer Blödsinn. Rabelais, Schiller, Büchner, Tschechow, Benn, Bulgakow, Döblin, Schnitzler, der von Rilke geschätzte Hans Carossa, Céline, William Carlos Williams usw. – alles Quatsch, alles weg? Auch Lessing hat einen Magister in Medizin gemacht. Goethe war Jurist, Kafka ebenfalls. So what.

Wenn Du einem der gewaltigsten Dichter deutscher Sprache im 20. Jahrhundert, offenbar ohne genaue Kenntnisnahme seines Werks, »haltloses Geplapper« oder »an Dusseligkeit nicht zu überbietende Wertungen« an den Kopf wirfst, weil er an bestimmten Punkten eine andere Auffassung über Rilke vertritt als Du (Benn hat noch so manches andere zu Rilke geschrieben, die zitierte Stelle ist doch harmlos, aber dann auch wieder ganz anderes, Anerkennendes), dann kann man doch auf dem selben Kindergartenniveau nur entgegnen: wer es sagt, ist es selber, das ist selbst »haltloses Geplapper« und »an Dusseligkeit nicht zu überbieten«.
Mag Benn politisch schlimme Dinge zu verantworten haben, als Künstler war er lauter und unbestechlich, von uns kann dem Mann doch keiner die Schnürsenkel lösen,

meint h.

Harald
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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von Harald » 6. Dez 2010, 19:02

Und drüben brennen die Leuchten
in sanftem Menschenhort,
von Lippen, rosigen, feuchten
perlt unbedenklich das Wort.
... und Anfang glänzt / an allen Bruchstelln unseres Mißlingens

helle
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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von helle » 7. Dez 2010, 09:31

doch schweigend gehst du hin

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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von gliwi » 7. Dez 2010, 17:27

lieber helle,

ich möchte um ein wenig Zurückhaltung in der Wortwahl bitten. Ich finde es schön, wenn hier mit Leidenschaft gestritten wird, aber angesichts des kleinen Häufleins, das dieses Forum lebendig hält, wäre es bedauerlich, wenn sich jemand verärgert abwendet.
Gruß
gliwi
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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von stilz » 7. Dez 2010, 18:33

Liebe gliwi,

ich begreife Dein Anliegen, das ja auch meines ist, sehr gut - aber ich finde doch, daß solche "Zurückhaltung in der Wortwahl" nicht nur untereinander angebracht ist, innerhalb unseres "kleine Häufleins", sondern schon auch gegenüber Menschen außerhalb dieses Forums - vor allem gegenüber bereits Verstorbenen. Denn die können sich selber nicht mehr zur Wehr setzen. Und soviel ich sehen kann, hat helle nur wiederholt, was vorher in Richtung Benn ein wenig unbedenklich von den Lippen geperlt ist...

Ich habe mir heute übrigens zwei Benn-Bände aus der Bücherei geholt; ich werde in der nächsten Zeit versuchen, mir selbst ein Bild davon zu machen, was Benn so alles geschrieben hat über Rilke, und mit welchen Gründen. Ich werde über meinen Eindruck berichten und hoffe, daß mir das in halbwegs sachlichem Ton gelingen wird.

Herzlichen Gruß an alle!

Ingrid (stilz)
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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von Harald » 7. Dez 2010, 21:05

Eine Bemerkung kann einen unversehens auf dem falschen Fuß erwischen und hitzig machen. Flaming nennt man das in der englischsprachigen Szene. Das kann dem Friedfertigsten unterlaufen, und kaum jemand, der in einem Forum auch ein bisschen Herzblut investiert, ist davor gefeit. Nachsicht statt Nachtragen sollte unsere Devise sein, wenn einmal die Funken geflogen sind.
Zwischen Benn und Rilke liegen Welten, aber gewiss nicht, wenn es um dichterisches Vermögen geht. Man muss Benn nur einmal seine großen Gedichte lesen hören (auch sein erwartbar grusliges Englisch), um jeden Zweifel zu verlieren, dass auch er einer der ganz Großen war. Beißen konnte er auch, kein Zweifel:
Rilke konnte allerdings noch die Seiten seiner Briefe mit Namen von Edelleuten füllen, die eine sehr schöne Sammlung von — denk nur — alten Livres d'heures besitzen und Ländereien und ein Schloß in der Ukraine und ein Gestüt, wo sie arabische Pferde ziehen, das klang noch nicht so fade, obschon es an lauter Gräfinnen ging und aus lauter Schlössern stammte oder zum mindesten aus der Villa des Brillants, Meudon-Val Fleury (Seine et Oise), mit Datum und Tagesstunde präzisiert. Oder die Ergiebigkeit seiner Natur, aus der bekanntlich seine Korrespondenz strömte, konnte die Angabe erfordern.- „Ich habe am Sonnabend, dem 1. Juni, mein erstes Hamam-Bad genommen mit ganzem Genuß und ohne irgend Unbehagen. Es war herrlich, in der guten Wärme zu sitzen, auf die ich ja durch unsere Wärme da unten vorbereitet war, ich wünschte sogar, es gäbe auch außerhalb des Hamam davon." Ein warmes Bad, Meudon, und dann ist auch das noch zu rauh — eine kleine schöpferische Krise und drei Monate Viareggio oder Gapri sind dem Künstler gestaltbar, die er in Kniehosen, also „gewissermaßen barbeinig" verlebt und: „da wollte ein kleines Klingen in mir anheben, vielleicht ein ganz kleines nur nach so langer Zeit, und da erschien es mir nicht gut, mit diesem Klangkeim in die große Eisenbahn und dann zu neuen Eindrücken in Genua und Dijon zu fahren und wichtig, die, wenn auch noch so kleine, Niederkunft hier abzuwarten." Ein ganz Kleines nur und eine gute Wärme, Gemisch von männlichem Schmutz und lyrischer Tiefe, bezärtelt von Duchessen, hingeströmt in Briefen an die breithüftige Ellen Key - das ist die Größe von 1907. Glückliches Vaterland! Schließlich reimt sich alles, und es findet sich immer noch ein gräfliches Schloß, von dem aus man die Armen bedichtet; Gott erhört und die Federn geraten in Bewegung! Diese dürftige Gestalt und Born großer Lyrik, verschieden an Weißblütigkeit, gebettet zwischen die bronzenen Hügel des Rhonetals unter eine Erde, über die französische Laute wehn, schrieb den Vers, den meine Generation nie vergessen wird: „Wer spricht von Siegen - Überstehn ist alles!"
(Aus "Figuren")
... und Anfang glänzt / an allen Bruchstelln unseres Mißlingens

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Re: Benn zum Stundenbuch

Beitrag von helle » 8. Dez 2010, 17:07

- auch wenn ich's mir nicht zum ersten Mal vornehme, ich will mich bessern,

gruß in die besonnene runde,
h.

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