Rilke über Hunde

Rilke-Texte gesucht und gefunden

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Lotta
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Rilke über Hunde

Beitrag von Lotta » 27. Mai 2011, 14:42

Ich bin Literaturübersetzerin und arbeite gerade an einem Buch über Hunde - In der Literatur, der Kunst, der Geschichte und im Alltag.

Die Autorin zitiert darin einen Brief von Rilke von 1912 "... They touch me very closely, these beings who rely on us so utterly and in whom we have helped raise a soul for which there is no heaven."

Und noch einen aus Spanien, in dem er beschreibt wie er einem Streuner einen Zuckerwürfel füttert:
Her eyes "implored my looking" and in them the poet saw "into the future or that which passeth understanding". He gave her a lump of sugar, "yet the meaning and solemnity and our whole communion were boundless."

Wenn mir hier jemand weiterhelfen könnte, entweder mit den Originalzitaten oder Tipps, wo ich diese finden kann, wäre ich sehr froh. Das Buch strotzt nämlich nur so vor Zitaten und ich suche mir einen Wolf :roll:

camillo
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Re: Rilke über Hunde

Beitrag von camillo » 27. Mai 2011, 16:33

wie sollte ich gegen sein grenzenloses Heimweh aufkommen? Und dabei hätt ich außer der Qual, es hilflos mit anzusehen, auch noch die, daß es mir Hunden gegenüber ganz besonders schwer fällt, mich nicht aufzuopfern: sie gehen mir ganz und gar nah, diese auf uns völlig verlassenen Wesen, denen wir zu einer Seele heraufgeholfen haben, für die kein Himmel da ist. (8. Febr. 1912, an Ilse Sadée <?>)

[…] mein Loos ist, gleichsam am Menschlichen vorbei, ans Äußerste zu kommen, an den Rand der Erde, wie neulich in Cordoba, wo eine kleine häßliche Hündin, im höchsten Grade vormutterschaftlich, zu mir kam, es war kein rühmliches Thier, und sicher war sie voll zufälliger Junge, von denen kein Aufhebens gemacht worden sein wird kein Aufhebens gemacht worden sein wird, aber sie kam zu mir herüber und hob ihre von Sorge und Innerlichkeit vergrößerten Augen auf und begehrte meinen Blick, und in dem ihren war wahrhaftig alles, was über den Einzelnen hinausgeht, ich weiß nicht wohin, in die Zukunft oder ins Unbegreifliche; es löste sich so, daß sie ein Stück Zucker von meinem Kaffee abbekam, aber nebenbei, o so nebenbei, wir lasen gewissermaßen die Messe zusammen, die Handlung war an sich nichts als Geben und Annehmen, aber der Sinn und der Ernst und unsere ganze Verständigung war grenzenlos (17. Dez. 1912 an Marie von Thurn und Taxis)
reden ist schweigen - Silber ist Gold

Lotta
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Re: Rilke über Hunde

Beitrag von Lotta » 27. Mai 2011, 17:04

WOW! Was für ein Service und so schnell! Ich bin hin und weg - Vielen, vielen Dank, das ist wirklich eine tolle Hilfe!!!

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