Rilke an Ite Liebenthal

Rilke-Texte gesucht und gefunden

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Rilke an Ite Liebenthal

Beitrag von bottom » 4. Okt 2012, 17:47

Hallo,
ich suche einen von Rilke an die Dichterin Ite Liebenthal gerichteten Brief. Liegt der zufällig jemandem vor?

Dank und Gruß,
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lilaloufan
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Re: Rilke an Ite Liebenthal

Beitrag von lilaloufan » 5. Okt 2012, 07:11

Guten Morgen bottom,
die Chronik verzeichnet etliche Briefe, 2.11.1916, 30.12.1916, 5.07.1917, in denen es um die (nicht zustande gekommene) Edition von I. Liebenthals Gedichten im Insel-Verlag geht, deren Autorin Rilke zunächst gar nicht persönlich kennt, mit der er in Gut Böckel dann auch telefoniert. Am 8.08.1917 small-talk übers regnerische westfälische Augustwetter.

Die Brief-Konkordanz erwähnt das alles gar nicht, aber einen Brief aus Muzot vom 18. Januar 1922. Auszug: „Noch diesen Morgen, als ich die ›Gedichte‹ wieder vornahm, fiel mir eine köstliche alte Apotheke ein, die ich vor Jahren einmal in der einstigen Bischofstadt Carpentras, um ihres künstlerischen Werthes willen, zum Kauf angeboten bekam. Ihre Verse, heute, brachtens mit sich, daß ich auf einmal im Dunkel des schönen, offenen, die Wände auffüllenden Geschränkes, die geschlossenen Vasen vor mir sich hinreihen sehe: jede anders im blaublumigen, ausdrucksvollen Ornament, und doch wieder alle gleich; jede ein Gift, eine Gluth oder eine Kühlung einschließend, mit dem vollen großen, ja geschwungenen Namen dieses Inhalts, ihn so offen ansagend ― und doch wieder ihn völlig verhaltend, jede einzelne, in ihrer, die Verschließung so unübertrefflich aussprechenden Gestaltung…

Vielleicht findest Du mithilfe dieser Passage per google-books den Brief im Ganzen.

l.
»Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.«

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Re: Rilke an Ite Liebenthal

Beitrag von bottom » 5. Okt 2012, 15:35

Danke für die Hinweise! Leider konnte ich über die booksearch nichts weiter ermitteln ... :(
Wo kann ich etwas über das erwähnte Telefonat nachlesen?

Dank und Gruß,
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lilaloufan
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Re: Rilke an Ite Liebenthal

Beitrag von lilaloufan » 5. Okt 2012, 15:50

Ich bin gerade nicht an meinem Schreibtisch, sonst würde ich Dir die Seite heraussuchen in der Rilke-Chronik. Da steht aber nichts über Inhalt und Verlauf des Telefonats – es wird wohl um die Suche nach einem an Ite Liebenthals Gedichten interessierten Verlag gegangen sein; Rilke hatte ihr einen vorgeschlagen. Eine Staatsschutzakte hatte die Hausherrin, Hertha König, meines Wissens nicht; also wird Rilke unbelauscht telefoniert haben. :wink:

War's nun eigentlich dieser Brief, den Du suchtest?

l.
Zuletzt geändert von lilaloufan am 5. Okt 2012, 16:02, insgesamt 1-mal geändert.
»Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.«

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Re: Rilke an Ite Liebenthal

Beitrag von bottom » 5. Okt 2012, 15:59

Hallo,
Danke für die schnelle Nachricht! Ich sitze gerade an einer kleinen Publikation zu Ite Liebenthal. Dafür ist ALLES interessant für mich, was diese vergessene Dichterin etwas aus dem biografischen Dunkel hebt. Ich habe inzwischen einen Hinweis erhalten (auch hier im Forum), dass es mehrere Briefe von Rilke an Ite Liebenthal gibt. Deren Inhalte würden mich natürlich sehr interessieren; da ich aber kein Rilke-Spezialist bin, weiß ich auch nicht, ob und wo die abgedruckt sind. Vielleicht kannst Du mir dabei helfen, diese Frage zu beantworten?
Spannend wäre für mich auch zu erfahren, inwieweit Rilke Einfluß auf die Verlagssuche für Ite Liebenthal nahm und ob von ihm dann auch der entscheidende Kontakt zum Erich Lichtenstein Verlag in Jena kam.
Woher weiß man überhaupt, dass Rilke mit Ite Liebenthal telefoniert hat? Ist das irgendwo erwähnt?
Viele Fragen, auf die mir mit Hilfe dieses tollen Forums Antworten erhoffe ...

Herzlich,
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lilaloufan
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Re: Rilke an Ite Liebenthal

Beitrag von lilaloufan » 5. Okt 2012, 16:08

Liebe bottom,
Du brauchst nur in der Rilke-Chronik unter den Daten, die ich Dir oben genannt habe, nachzulesen. Ob die Angaben dort für Dein Thema ergiebig sind, kann ich nicht voraussehen.

Viel Erfolg,
l.
»Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.«

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Re: Rilke an Ite Liebenthal

Beitrag von Renée » 5. Okt 2012, 16:20

Die Handschriften der Briefe Rilkes an Ite Liebenthal sind im Deutschen Literaturarchiv in Marbach - so haben wir es wenigstens in der "Chronik" angegeben - Marbach gibt gern Auskunft!

Gruß Renée

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Re: Rilke an Ite Liebenthal

Beitrag von bottom » 5. Okt 2012, 18:59

Vielen Dank für Deine Nachricht! In Marbach habe ich vorsorglich schon angefragt. Die Bearbeitung dauert aber wohl immer eine Zeit und ich dachte, hier werde ich schneller "schlau".

Liebe Grüße,
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