mein Favorit nicht gefunden, deshalb nachgereicht

Von den frühen Prager Gedichten über Cornet, Neue Gedichte, Sonette und Elegien bis zum lyrischen Grabspruch

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frischer Gast

mein Favorit nicht gefunden, deshalb nachgereicht

Beitrag von frischer Gast » 9. Okt 2004, 01:35

mein momentanes Lieblingsgedicht habe ich hier nicht gefunden, es hat aber alle Knister-Qualitäten die ein Mann in wichtigen Eroberungs-Situationen braucht:

1. schnell einprägsam
2. beeindruckend romantisch
3. und ein echter Rilke

O gäb's doch Sterne, die nicht bleichen,
wenn schon der Tag den Ost besäumt;
von solchen Sternen ohnegleichen
hat meine Seele oft geträumt.

Von Sternen, die so milde blinken,
daß dort das Auge landen mag,
das müde ward vom Sonnetrinken
an einem goldnen Sommertag.

Und schlichen hoch ins Weltgetriebe
sich wirklich solche Sterne ein, -
sie müßten der verborgnen Liebe
und allen Dichtern heilig sein.

Die Interpretation überlasse ich respektvoll denen, die etwas davon verstehen.

Was mir an dem Gedicht gefällt ist, daß für beide Geschlechter was dabei ist.
Für die Frauen: bleichen, Sterne, Seele, Augen, Liebe, Dichter und heilig, besäumen - und für die Männer: Getriebe, landen, trinken, blinken, schleichen

(ok, ok, ich weiß: manchmal schreie ich nach Schläge! )

flor01
Beiträge: 2
Registriert: 13. Okt 2004, 11:21
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Re: mein Favorit nicht gefunden, deshalb nachgereicht

Beitrag von flor01 » 13. Okt 2004, 11:44

frischer Gast hat geschrieben:mein momentanes Lieblingsgedicht habe ich hier nicht gefunden, es hat aber alle Knister-Qualitäten die ein Mann in wichtigen Eroberungs-Situationen braucht:

1. schnell einprägsam
2. beeindruckend romantisch
3. und ein echter Rilke

O gäb's doch Sterne, die nicht bleichen,
wenn schon der Tag den Ost besäumt;
von solchen Sternen ohnegleichen
hat meine Seele oft geträumt.

Von Sternen, die so milde blinken,
daß dort das Auge landen mag,
das müde ward vom Sonnetrinken
an einem goldnen Sommertag.

Und schlichen hoch ins Weltgetriebe
sich wirklich solche Sterne ein, -
sie müßten der verborgnen Liebe
und allen Dichtern heilig sein.

Die Interpretation überlasse ich respektvoll denen, die etwas davon verstehen.

Was mir an dem Gedicht gefällt ist, daß für beide Geschlechter was dabei ist.
Für die Frauen: bleichen, Sterne, Seele, Augen, Liebe, Dichter und heilig, besäumen - und für die Männer: Getriebe, landen, trinken, blinken, schleichen

(ok, ok, ich weiß: manchmal schreie ich nach Schläge! )
Du must das Leben nicht verstehen , dann wird es werden wie ein Fest.....
so fängt es an ein Lieblingsgedicht von mir....das von Dir niedergeschriebene ist auch sehr schön..wobei ich meine ,das Sterne, Seele, Augen;Liebe auch etwas für die Männer sein können :) also für mich jedenfalls

gruß und eine gute Zeit

Rilke Fan
Beiträge: 187
Registriert: 8. Apr 2003, 18:56
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Beitrag von Rilke Fan » 10. Nov 2004, 14:37

Hi everyone,

I like this poem. Is it from Rilke? If so, it's new to me. Anyone care to translate it into English??

Also, can you tell me which book it is from and the date it was written?

Thanks!

Linda

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