Hilfe gebraucht!! "Alles Erworbne bedroht die Maschine&

Von den frühen Prager Gedichten über Cornet, Neue Gedichte, Sonette und Elegien bis zum lyrischen Grabspruch

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helle
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Re: Hilfe gebraucht!! "Alles Erworbne bedroht die Maschine&

Beitrag von helle » 27. Feb 2008, 10:56

Cortés hat geschrieben:vielen dank *g*
jetzt fehlt mir nur noch die Bedeutung von
Daß nicht der herrlichen Hand schöneres Zögern mehr prange,
zu dem entschlossenern Bau schneidet sie steifer den Stein.


und eine ungefähre Zahl seiner gesamten Gedichte/Erzählungen etc. und dann lass ich euch in ruhe :wink:
Schon praktisch, so ein Forum, oder?; erinnert mich an einen Vers von Peter Rühmkorf aus dem Gedicht »Ich butter meinen Toast von beiden Seiten«, der heißt etwa: »Schön, wenn einer vor Euch hintritt und Ihr nur noch mit dem Kopf zu nicken braucht«, so ähnlich jedenfalls.

Mir fehlt jetzt nur noch die Auskunft, wozu die Kenntnis dienen soll, wieviel Gedichte und Erzählungen Rilke geschrieben hat, scheint mir nämlich völlig äußerlich. Ich lasse mich ja gern belehren, allerdings schlage ich Cortés vor, dazu einmal die Beine und einen Stift in die Hand zu nehmen und in eine Bücherei zu führen, dort sich das Inhaltsverzeichnis einer Rilke-Ausgabe anzusehen, die Zählerei selbst vorzunehmen und das Ergebnis seinen freundlichen Mitarbeitern vom Rilke-Forum mitzuteilen, das wäre dann auch nicht ganz so eindimensional,

findet jedenfalls
helle

Cortés
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Re: Hilfe gebraucht!! "Alles Erworbne bedroht die Maschine&

Beitrag von Cortés » 27. Feb 2008, 17:25

Schon praktisch, so ein Forum, oder?; erinnert mich an einen Vers von Peter Rühmkorf aus dem Gedicht »Ich butter meinen Toast von beiden Seiten«, der heißt etwa: »Schön, wenn einer vor Euch hintritt und Ihr nur noch mit dem Kopf zu nicken braucht«, so ähnlich jedenfalls.
yep, sehr praktisch :mrgreen:

wie gesagt, bei den gedichten die auf der seite aufgelistet sind komme ich, bzw. excel auf über 1000
Ich wollt das eig. nur wissen da man ja auch etwas "allgemeines" zum Dichter sagen soll....
Ich erwarte natürlich von keinem, dass er sich jetzt die Arbeit macht alles was Rilke jemals geschrieben hat zu zählen...^^
Es hätte ja sein können dass das jmd zufällig weiß...

lg

Mona
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Re: Hilfe gebraucht!! "Alles Erworbne bedroht die Maschine&

Beitrag von Mona » 9. Mär 2008, 19:54

Hallo,

"Alles Erworbene bedroht die Maschine..." - gibt es bereits vor diesem Gedicht von Rilke in seinem frühen und mittleren Werk Gedichte über Maschinen und Technik oder erst in seinem Spätwerk ?

Mona :lol:
"Wie man sich lange über die Bewegung der Sonne getäuscht hat, so täuscht man sich immer noch über die Bewegung des Kommenden. Die Zukunft steht fest,... wir aber bewegen uns im unendlichen Raume."(RMR)

Tonika
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Re: Hilfe gebraucht!! "Alles Erworbne bedroht die Maschine&

Beitrag von Tonika » 3. Okt 2008, 15:44

Hallo,

habe mir gerade eine Feiertags-Kniffel-Aufgabe gestellt und komme nicht so recht weiter. Deshalb hoffe ich auf schlaue Köpfe im Forum. Es geht darum, dass ich versuche, das Sonett Hörst Du das Neue, Herr (1. Teil, 18. Sonett aus den Sonetten an Orpheus) reimtechnisch aufzuschlüsseln. 2 Quartette mit These und Antithese (Zwar ist kein Hören heil...) sowie zwei Terzette mit Synthese: Sieh, die Maschine... Alles klar soweit... Nun habe ich mir schon den Mund fusselig geredet, um den Versfuß herauszufinden und mir ist vollkommen unklar, wo die Betonungen liegen . Vom Sinn her könnte sowohl die erste wie die zweite Silbe betont werden. Reimschema ist abab cdcd eff ggh. Kann mir jemand helfen mit dem Versfuß ? Vielleicht gibt es reimtechnisch noch andere interessante Dinge zu sehen bei diesem Sonett ?

Tonika :D
Ich bin der Eindruck, der sich verwandeln wird. (RMR)

stilz
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Re: Hilfe gebraucht!! "Alles Erworbne bedroht die Maschine&

Beitrag von stilz » 3. Okt 2008, 19:08

  • Hörst du das Neue, Herr,
    dröhnen und beben?
    Kommen Verkündiger,
    die es erheben.

    Zwar ist kein Hören heil
    in dem Durchtobtsein,
    doch der Maschinenteil
    will jetzt gelobt sein.

    Sieh, die Maschine:
    wie sie sich wälzt und rächt
    und uns entstellt und schwächt.

    Hat sie aus uns auch Kraft,
    sie, ohne Leidenschaft,
    treibe und diene.
Liebe Tonika,

also, für mich scheint der Rhythmus sehr klar zu sein.
Es handelt sich um Daktylen und Trochäen, die einander abwechseln. Dadurch kommt etwas Kraftvolles, "Wildes" in das Gedicht - das paßt zum "Dröhnen und Beben" und zum "Durchtobtsein"...
Aber der Aufbau insgesamt ist - wie es einer Maschine geziemt :wink: - sehr streng. Es gibt nur zwei "Zeilenmodelle" ("-" steht für Hebung, "." für Senkung):

A = -..-.-
und
B = -..-.

So bezeichnet, wäre der Aufbau des Sonettes:

A B A B
A B A B
B A A
A A B

Fängst Du damit etwas an?

Lieben Gruß

stilz
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gliwi
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Re: Hilfe gebraucht!! "Alles Erworbne bedroht die Maschine&

Beitrag von gliwi » 3. Okt 2008, 21:15

Hallo stilz,
mir ist beim Lesen der Verse eine Melodie in den Kopf gekommen, und da habe ich gemerkt, dass diese Mörike-Strophe, vertont von, ich glaube, Wolf, dasselbe Muster hat:
Plötzlich, da kommt es mir,
treuloser Knabe,
dass ich die Nacht von dir
geträumet habe.
...wobei natürlich hier im letzten Vers der Akzent auf -träu- und nicht auf ge- liegt.
(Das erhellt jetzt nichts, nur eine kleine Kuriosität)
Gruß
gliwi
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. KANT

Tonika
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Re: Hilfe gebraucht!! "Alles Erworbne bedroht die Maschine&

Beitrag von Tonika » 4. Okt 2008, 12:16

Hallo Ingrid,

ja, jetzt ist es schon klarer. Meine Versuche beruhten auf der Annahme, dass sich Hebungen und Senkungen immer abwechseln müssen, also nie zwei von einem hintereinander kommen. So wie Du es beschreibst, kann es ja beliebig wechseln und wird dadurch eindeutiger. Danke !

Tonika :D
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