Habe Fragen zu "die Erblindende"

Von den frühen Prager Gedichten über Cornet, Neue Gedichte, Sonette und Elegien bis zum lyrischen Grabspruch

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Mara

Habe Fragen zu "die Erblindende"

Beitrag von Mara » 9. Jan 2003, 17:11

Hallo, kann mir evtl. eineR von euch bei der Interpretation der Erblindenden helfen. Ich muss bis Dienstag eine Germanistikhausarbeit haben und habe einige Schwierigkeiten mit dem Gedicht.

gliwi
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Beitrag von gliwi » 9. Jan 2003, 19:08

Das wundert mich nicht, denn es ist ein leicht verständliches Gedicht, deshalb ist es schwer, darüber noch einiges Wesentliche zu sagen. hast du es selbst ausgesucht oder ist es dir auferlegt worden? Wie verstehst du es denn und was macht dir Schwierigkeiten?

Mara

Beitrag von Mara » 10. Jan 2003, 14:16

Toll,dass du dich so schnell gemeldet hast.
Zuerst zu deiner Frage: das Gedicht wurde mir unfreiwillig auferlegt.
Und besondere Schwierigkeiten macht mir der letzte Abschnitt, weil er aus dem Rahmen fällt, da er auch vom sonstigen abba- Reimschema abweicht und ein abab-Schema aufweist. Dass die Frau am Erblinden ist und noch nicht vollkommen blind ist, ist nur an diesem Absatz zu erkennen. Ich weiß nur nicht ganz worauf die Hoffnung auf die Befreiung("nach einem Übergang, sie nicht mehr gehen würde sondern fliegen.") zurückzuführen ist. Ist Blindsein statt einem Defizit eine weiter Möglichkeit einfach anders wahrzunehmen, oder ist viel mehr die Sicherheit und Befreiung von fremder Hilfe gemeint, die sie durch das Gewöhnen an ihren Zustand bekommt?
Außerdem wollte meine Dozentin das Ganze im Kontext zu Rilkes Poetik der "Neuen Gedichte" sehen. Ich frage mich deshalb, ob es sich um ein Dinggedicht handelt, die Frau eigentlich unwichtig ist und es nur um den Zustand der Erblindung geht.
Also wie du siehst eine Menge kleiner Fragen[/u]

gliwi
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Beitrag von gliwi » 11. Jan 2003, 00:03

Liebe mara, du bist ja schon ganz schön weit. ich fürchte, ich kann dir nicht viel helfen, Rilkes Poetik kenne ich beispielsweise gar nicht. Ich neige dazu, dieses Gedicht für ein Ding-Gedicht zu halten. Es kommt mir auch so vor, wie du sagst: Die Frau ist als Person nicht wichtig, es ist ihr Zustand, der hier beschrieben wird. Was die Schlussstrophe angeht: Die Abweichung des Reim-
schemas könnte damit zu tun haben, dass abab eher die Bewegung des Hinaufsteigens wiedergibtals abba. Deine beiden Möglichkeiten finde ich passend und würde sie genauso, in Frageform, beide in die Arbeit aufnehmen Ein wenig mehr Wahrscheinlichkeit scheint mir allerdings die erste zu haben, da im Gedicht nur beschrieben wird, wie sie sich mit ihrem Sehrest bewegt . Von fremder Hilfe ist nicht die Rede. Rilke neigt dazu, Zustände, die wir Normalmenschen als defizitär empfinden - Armut, Krankheit- zu verklären.
Das würde ja ganz gut passen. Mehr fällt mir jetzt nicht ein, aber vielleicht fühlt sich ja noch eineE wirkliche Rilke-KennerInangesprochen!Gruß Christiane R.

Mara

Beitrag von Mara » 11. Jan 2003, 18:34

Hallo Christiane,
schade,dass du mir nicht so viel helfen konntest, aber trotzdem vielen Dank für deinen Versuch.

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