wie schön ist die Jugend , die uns erfreut ...

Ewald Tragy, Die Turnstunde, Geschichten vom lieben Gott und weitere Erzählungen

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Mia Maria

wie schön ist die Jugend , die uns erfreut ...

Beitrag von Mia Maria » 31. Mai 2005, 10:47

Hallo,

woher - aus welcher Erzählung - stammen nur diese Verse ? Die Kinder können sich daran erinnern, sie irgendwann einmal gehört zu haben :

Wie schön ist die Jugend, die uns erfreut,
Doch wer will sie halten?
Sie flieht und bereut,
Und wenn einer fröhlich sein will,
der sei’s heut,
Und für morgen ist keine Gewißheit.


Mia Maria :lol:

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Anna B.
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Beitrag von Anna B. » 1. Jun 2005, 11:26

Hallo,

Die Verse scheinen mir schon wesentlich älter zu sein... Bei Rilke finden wir sie in der Erzählung

Der Bettler und das stolze Fräulein

...Es war in Florenz. Lorenzo de’ Medici, jung, noch nicht Herrscher, hatte gerade sein Gedicht ›Trionfo di Bacco ed Arianna‹ ersonnen, und schon wurden alle Gärten davon laut. Damals gab es lebende Lieder Aus dem Dunkel des Dichters stiegen sie in die Stimmen und trieben auf ihnen, wie auf silbernen Kähnen, furchtlos, ins Unbekannte. Der Dichter begann ein Lied, und alle, die es sangen, vollendeten es. Im ›Trionfo‹ wird, wie in den meisten Liedern jener Zeit, das Leben gefeiert, diese Geige mit den lichten, singenden Saiten und ihrem dunklen Hintergrund: dem Rauschen des Blutes. Die ungleichlangen Strophen steigen in eine taumelnde Lustigkeit hinauf, aber dort, wo diese atemlos wird, setzt jedesmal ein kurzer, einfacher Kehrreim an, der sich
von der schwindelnden Höhe niederneigt und, vor dem Abgrund
bang, die Augen zu schließen scheint. Er lautet:

Wie schön ist die Jugend, die uns erfreut,
Doch wer will sie halten?
Sie flieht und bereut,
Und wenn einer fröhlich sein will,
der sei’s heut,
Und für morgen ist keine Gewißheit.

Ist es wunderlich, daß über die Menschen, welche dieses Gedicht sangen, eine Hast hereinbrach, ein Bestreben alle Festlichkeit auf dieses Heute zu türmen, auf den einzigen Fels, auf dem zu bauen sich verlohnt? Und so kann man sich das Gedränge der Gestalten auf den Bildern der Florentiner Maler erklären, die sich bemühten, alle ihre Fürsten und Frauen und Freunde in einem Gemälde zu vereinen, denn man malte langsam, und wer konnte wissen, ob zur Zeit des nächsten Bildes alle noch so jung und bunt und einig sein würden. ...

Liebe Grüße von Anna :lol:

Fritz
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Beitrag von Fritz » 1. Jun 2005, 16:57

Hallo,

habs hier gefunden unter

http://www.rilke.de/erzaehlungen/geschi ... tm#bettler

Scheints eine Geschichte über Kunst im Mittelalter ?!

Fritz :lol:

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Anna B.
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Beitrag von Anna B. » 6. Jun 2005, 18:49

Hallo,

gibt es auch eine Melodie zu dem Lied ? Weiss jemand hier, wo man das finden könnte ?

Anna

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