Frage zu "Am Leben hin" und "Weisses Glück"

Ewald Tragy, Die Turnstunde, Geschichten vom lieben Gott und weitere Erzählungen

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Mori
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Frage zu "Am Leben hin" und "Weisses Glück"

Beitrag von Mori » 23. Apr 2009, 03:33

Liebes Forum,

von einer japanischen Freundin kommen folgende Fragen, die ich leider selber nicht beantworten kann:

Was bedeutet "Am Leben hin" genau? Wie könnte man den Titel mit anderen Worten umschreiben?

In der Erzählung "Weisses Glück" schreibt Rilke "Das langweilte ihn ebenso wie der gelbe Roman, der neben ihm auf dem Sitz lag". Handelt es sich bei dem "gelben" Roman um einen Roman, der einen gelben Umschlag hat, oder hat das Gelb noch eine darüber hinaus reichende Bedeutung (z.B. "Groschenroman")?

Hoffentlich kann mir jemand aus diesem Forum bei der Beantwortung dieser Fragen helfen!!!

Mori :?:

Harald
Beiträge: 230
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Re: Frage zu "Am Leben hin" und "Weisses Glück"

Beitrag von Harald » 26. Apr 2009, 00:09

Das sind zumindest Andeutungen, dass die gelben Romane billiger Natur waren:

"Sprach die französische Literatur in ihren besseren Romanen nicht abfällig von
der Sucht der Damen und ihrer Zofen, sich in die billigen 'gelben Romanbändchen' einzulullen".
Gabriele Strecker, Frauenträume, Frauentränen, 1969, Seite 54

und:
Heinrich Seidel, Das vergitterte Fenster: Roman..., 1919, Seite 59:
"Augenblicklich lag er Zigaretten rauchend im Herrenzimmer und las einen gelben Roman aus dem Verlage der Herren Charpentier ..."
Einen Verlag dieses Namens gab es zu Rilkes Lebzeiten.

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"Am Leben hin" ist wohl eine metaphorische Analogie zu "Am Fluss hin", im Sinne von "entlang", "in Richtung".
... und Anfang glänzt / an allen Bruchstelln unseres Mißlingens

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