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Monographie Worpswede, Monographie Rodin, Briefe über Cézanne, Briefe an einen jungen Dichter, Brief eines jungen Arbeiters, Rezensionen, Aufsätze, Essays

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Nejka
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Beitrag von Nejka » 17. Nov 2003, 21:39

Hallo!

Auf einer Website (http://www.littlebluelight.com/lblphp/index.php ) habe ich dieses Zitat von Rilke gefunden:
"Do not assume that he who seeks to comfort you now, lives untroubled among the simple and quiet words that sometimes do you good. His life may also have much sadness and difficulty, that remains far beyond yours. Were it otherwise, he would never have been able to find these words."
Es wird gesagt, dass es aus einem Brief ist, aber nicht aus welchem.
Wenn es jemand weiss und das Original hat - bitte helfen! :D

Danke,
Nejka

Gast

Beitrag von Gast » 19. Nov 2003, 14:44

man is doch egal woher das ding kommt...

man man man...interesiert doch niemanden

e.u.
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Beitrag von e.u. » 20. Nov 2003, 09:08

Hallo,
manchmal könnte man denken, in den USA wären 'Die Briefe an einen jungen Dichter' Rilkes Hauptwerk, denn man kann bei solchen Zitaten schon fast blind auf diesen Text tippen. Und viele meinen, in englischer Sprache sind seine Worte noch viel besser. Da wäre vielleicht Linda kompetenter, etwas dazu zu sagen?
aber nun der Original-Text, den ich aus dem Briefordner gezogen habe:

"An Franz Xaver Kappus
Borgeby gård, Flädie, Schweden,
am 12. August 1904

Mein lieber Herr Kappus,
Ich will wieder eine Weile zu Ihnen reden, lieber Herr Kappus, obwohl ich fast nichts sagen kann, was hilfreich ist, kaum etwas Nützliches. Sie haben viele und große Traurigkeiten gehabt, die vorübergingen. Und Sie sagen, daß auch dieses Vorübergehen schwer und verstimmend für Sie war. Aber, bitte, überlegen Sie, ob diese großen Traurigkeiten nicht vielmehr mitten durch Sie durchgegangen sind?
.....
Und wenn ich Ihnen noch eines sagen soll, so ist es dies: Glauben Sie nicht, daß der, welcher Sie zu trösten versucht, mühelos unter den einfachen und stillen Worten lebt, die Ihnen manchmal wohltun. Sein Leben hat viel Mühsal und Traurigkeit und bleibt weit hinter Ihnen zurück. Wäre es aber anders, so hätte er jene Worte nie finden können."

Das ist der so berühmte Schluss des Briefs. Wir sollten auch dem heute ziemlich unbekannten Banater Dichter Franz Kappus dankbar sein, der Rilke diese Überlegungen 'entrissen' hat.
e.u.

Nejka
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Beitrag von Nejka » 23. Nov 2003, 08:53

Besten Dank für die Infos!

Aber jetzt, da ich den Kontext dieses Zitats kenne, scheint es doch eine etwas andere Bedeutung zu haben ... und weniger "brauchbar" zu sein, d.h. es ist eben etwas, das jemand jemandem einmal geschrieben hat, und man kann das nicht ohne Weiteres weiter gebrauchen.

"Viele meinen, in englischer Sprache sind seine Worte noch viel besser" -- das ist interessant. Ich kenne manche Texte von Rilke auf Deutsch, Englisch und Slowenisch, und habe dabei die Erfahrung gemacht, dass eben jede Sprache ihre Vor- und Nachteile hat -- und so kann Manches auf Englisch oder Slowenisch besser (" ") klingen als auf Deutsch und umgekehrt.

Ich finde es wunderlich, wie man sich der eigenen Sprache und der Fremdsprache mehr bewusst wird und die Nuancen einzelner Worte und Wendungen mehr wahrnimmt, wenn man mehrere Sprachen spricht.
Oder wie Handke es in der "Wiederholung" gesagt hat: "Durch einen anderen als den gewohnten Namen bekam der Wörterbuch-Leser erst einen Sinn für die Dinge."

Aber, wenn Rilke es auf Deutsch gemeint hat und es auf Deutsch geschrieben hat, dann soll es auch so bleiben -- denn nur das ist Rilkes Text.

Gruss,
Nejka

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