kein Mann des Buches?

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hugo hengl
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kein Mann des Buches?

Beitrag von hugo hengl » 17. Mai 2012, 21:50

Liebe Freunde,
ich suche für eine Arbeit über Rilke eine Briefstelle, in der er (einer Frau, glaube ich mich zu erinnern) versichert, sich wenig um die Veröffentlichung seiner Werke zu sorgen, für ihn sei der existentielle Wert seiner schöpferischen Laufbahn viel wichtiger als die Buchform (ich glaube, er sagt er sei "nicht ein Mann des Buches" oder so ähnlich). Ich glaubte, die Stelle leicht wiederfinden zu können, und suche sie nun vergeblich und bin ganz verzweifelt. Ich hoffe sehr auf eure erleuchtete Hilfe!

h

stilz
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Re: kein Mann des Buches?

Beitrag von stilz » 18. Jul 2012, 15:11

Leider kann ich die Frage nicht beantworten - aber ich möchte sie wieder mal aus der Versenkung hervorholen, denn auch mich würde es sehr interessieren, was genau Rilke sagt über den "existentiellen Wert seiner schöpferischen Laufbahn".
Lieber Hugo, bist Du denn inzwischen anderswo auf diese Briefstelle gestoßen?

Herzlichen Gruß,
Ingrid
"Wenn wir Gott mehr lieben, als wir den Satan fürchten, ist Gott stärker in unseren Herzen. Fürchten wir aber den Satan mehr, als wir Gott lieben, dann ist der Satan stärker." (Erika Mitterer)

hugo hengl
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Re: kein Mann des Buches?

Beitrag von hugo hengl » 28. Sep 2012, 13:04

Ich habe inzwischen den Brief lokalisiert : an Baladine Klossovska 22.2.1921.
Rilke sagt dort (über die D. Elegien), er sei kein Autor, der Bücher "mache", diese würden lediglich aus seinen "inneren Fortschritten" enstehen. Habe leider den Auszug nur auf französisch parat (ich glaube nicht, dass er ursprüglich auf frz. geschrieben wurde) Vielleicht hat jemand den dt. Text bei sich?

grüße
H

stilz
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Re: kein Mann des Buches?

Beitrag von stilz » 1. Okt 2012, 10:21

Vielen Dank!
Bei meinem nächsten Bibliotheksbesuch werde ich versuchen, diesen Brief im Original zu finden.
Herzlichen Gruß,
Ingrid
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lilaloufan
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Re: kein Mann des Buches?

Beitrag von lilaloufan » 4. Okt 2012, 15:01

Ihr Lieben, das ist tatsächlich auf Französisch geschrieben und steht in den »Lettres Françaises à Merline«.
Hier der Auszug:

« Désormais laisse-moi, Chère, laisse-moi mettre de l'ordre dans ma vie et la tirer au clair au cours de ces prochains mois, le temps que me sera accordé ce refuge. (Je ne saurais subsister dans ce trouble qui dure depuis des années !) C'est cela même qui m'importe, et non pas du tout Les Elégies ni une quelconque productivité; je ne suis pas un auteur qui "fait" des livres ! Même Les Élégies (ou quoi que ce fût qui pût m'être accordé un jour) n'étaient que la suite d'une disposition et d'un progrès intérieurs, d'un devenir plus pur et plus vaste de toute ma nature interrompue et ébranlée. »

l.
Zuletzt geändert von lilaloufan am 4. Okt 2012, 16:14, insgesamt 1-mal geändert.
»Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.«

hugo hengl
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Re: kein Mann des Buches?

Beitrag von hugo hengl » 4. Okt 2012, 15:58

das nenn ich ein reaktives forum,
bin sehr beeindruckt, danke für eure hilfe!

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