rilkes brief an clara

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tommaso
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rilkes brief an clara

Beitrag von tommaso » 12. Feb 2015, 10:49

Ich habe noch eine Frage zu einem Brief an Clara.
Am 8. April 1903 schreibt Rilke im Abschluss des Briefes an Clara:

"...die drei Veilchen haben schoen gegruesst, nun liegen sie in der grossen Bibel und am Abend vor dem Einschlafen lese ich die Stelle, auf der sie liegen. Und der Brief ueber Hettay hat wunderbar wohlgetan. Wir sind doch reich: gut, dass wir arm sind - sonst wuessten wirs kaum so."

Hat jemand vielleicht eine Idee, was (oder wer) mit HETTAY gemeint ist?
Clara und Rilke hatten eben mit japanischer Kunst zu tun - vielleicht sollte man in diese Richtung denken...

stilz
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Re: rilkes brief an clara

Beitrag von stilz » 7. Jan 2016, 23:28

Lieber Tommaso,

im zweiten Band meines Exemplars der „Rilke-Chronik“ liegt seit bald einem Jahr ein Lesezeichen... denn damals wollte ich Deine Frage beantworten. Der Absturz unseres Forums hinderte mich daran.
:lol: Nun aber lebt es wieder, und mit großer Verspätung mache ich mich ans Antworten:

Könnte wohl Margarete Hethey gemeint sein?

Die Eintragung in der Chronik für den 2. Dezember 1918 lautet:
R. hat durch Frau Margarete Hethey Anregungen Herrn von Kaufmanns zu einer Verständigung mit Mitgliedern eben noch verfeindeter Völker bekommen: »ich habe in der Tat die interessanten Blätter mit dem bereitesten Wunsche gelesen, es möchte eine derartige Anknüpfung möglich sein; meine Vergangenheit würde mich da auf Frankreich hinweisen, und noch vor vierzehn Tagen würde ein Versuch, Beziehungen mit Paris herzustellen, mir nicht ganz aussichtslos erschienen sein. Seither habe ich, durch Dritte, leider Beweise von so bestimmter und entschlossener Unversöhnlichkeit mitgeteilt bekommen, daß ich fürchten muß, es könne da nur die Zeit, wenn nicht gar viel Zeit, eine allmähliche Milderung einführen... « R. sendet die Papiere an Herrn Geheimrat Lujo Brentano weiter.
Über Margarete Hethey (lt Chronik die in München lebende Witwe eines Majors) konnte ich bisher nur in Erfahrung bringen, daß sie - wenn es denn dieselbe ist – Bertrand Russell übersetzt hat: »Grundlagen für eine soziale Umgestaltung« (1921) und »China und das Problem des fernen Ostens« (1925).

Nun bin ich gespannt, ob diese Nachricht Dich noch erreichen wird...

Herzlichen Gruß,
stilz
"Wenn wir Gott mehr lieben, als wir den Satan fürchten, ist Gott stärker in unseren Herzen. Fürchten wir aber den Satan mehr, als wir Gott lieben, dann ist der Satan stärker." (Erika Mitterer)

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