Marianne Mitford

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lilaloufan
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Marianne Mitford

Beitrag von lilaloufan » 29. Okt 2009, 23:28

Marianne Mitford wird hier erwähnt: Wikipedia weiß: Marie-Anna Friedlaender-Fuld (1892–1973), Tochter von Friedrich (Fritz) Friedlaender und Milly Fuld, war in erster Ehe mit dem englischen Adligen John Mitford (aus dem Haus der Barone Redesdale) verheiratet, heiratete in zweiter Ehe den Diplomaten und letzten Staatssekretär im Auswärtigen Amt (entspricht im heutigen Sprachgebrauch dem Außenminister) des deutschen Kaiserreichs Richard von Kühlmann (1873–1948) und schließlich in dritter Ehe Rudolph von Goldschmidt-Rothschild (1881–1962), den zweiten Sohn des Frankfurter Bankiers Maximilian Freiherr von Goldschmidt-Rothschild (1843–1940). Rilke nannte Richard von Kühlmann (in einem Brief an Clara, 4.11.1917) den «einzigen Weitersehenden unter den 'Regierenden'» und hatte mit ihm seit einer Pariser Begegnung 1913 mehrfach Gespräche. In einem Brief (5.8.1917) zum Antritt von dessen exponiertem und hochverantwortungsvollem Amt mahnte Rilke Kühlmann in fast gleichlautender Weise wie Rudolf Steiner es tat, die Verwirrung der Gesellschaftsbereiche zu lösen, die zur Vernichtung Mitteleuropas führen musste. Kühlmanns Antwort kenne ich leider nicht. Ob Kühlmann, der im Ersten Weltkrieg (im Widerspruch zu den geopolitischen Intentionen der Obersten Heeresleitung!) für einen Verständigungsfrieden eintrat, in der Oberschlesienfrage gegen bessere politische Einsicht auf Friedländers (immerhin des Schwiegervaters!) geschäftliche Interessen als Kohle-Großhändler Rücksicht genommen hat, konnte ich bislang nicht als etwas historisch Gesichertes in Erfahrung bringen. Auch weiß ich nicht sicher, ob Rilke 1919/20/21 mit Kühlmann über die Oberschlesienfrage sprach. Aus Kühlmanns 1948 erschienenen «Erinnerungen» geht eine solche Motivlage jedenfalls nicht hervor, und der 1916 geborene Sohn von Kühlmann (aus dessen erster Ehe mit Margarete Freifrau von Stumm-Ramholz) hat darüber bis zu seinem Verkehrsunfalltod 1977 stets geschwiegen.

Welche Bedeutung hatte Marianne Mitford für Rilke, besonders für seine Urteile zum zeitgeschichtlichen Geschehen? (Und: Wie hat Rilke sich speziell in der Oberschlesienfrage positioniert?)

l.
»Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.«

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