Rezeption! Kommentare zu Rilke von Autoren etc.

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Sinaj
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Rezeption! Kommentare zu Rilke von Autoren etc.

Beitrag von Sinaj » 10. Mai 2009, 14:46

Hallo! Ich suche Kommentare über Rilke die Schriftsteller, Autoren etc., nun alles und jedem aus dem Bereich Literatur, über ihn gesagt/ geschrieben haben.

Das ist leider garnicht so einfach, weshalb ich eure Hilfe brauche!

Einen kleinen Ansatz habe ich schon, das genügt mir aber leider nicht...
Jede Hilfe ist bei mir willkommen!

liebe Grüße!!

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lilaloufan
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Re: Rezeption! Kommentare zu Rilke von Autoren etc.

Beitrag von lilaloufan » 10. Mai 2009, 15:30

Mindestens mit <Link> Musils Gedenkrede auf Rilke und <Link> Zweigs Gedenkrede auf Rilke kann das Rilke-Forum unmittelbar dienen, und vieles andere findest Du auch beim Blättern.

Gruß, l.
»Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.«

Harald
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Re: Rezeption! Kommentare zu Rilke von Autoren etc.

Beitrag von Harald » 19. Mai 2009, 22:11

Peter Demetz, „Englische Spiegelungen Rainer Maria Rilkes" klingt interessant und hier noch Benn, wenn auch bissig:
Rilke konnte allerdings noch die Seiten seiner Briefe mit Namen von Edelleuten füllen, die eine sehr schöne Sammlung von — denk nur — alten Livres d'heures besitzen und Ländereien und ein Schloß in der Ukraine und ein Gestüt, wo sie arabische Pferde ziehen, das klang noch nicht so fade, obschon es an lauter Gräfinnen ging und aus lauter Schlössern stammte oder zum mindesten aus der Villa des Brillants, Meudon-Val Fleury (Seine et Oise), mit Datum und Tagesstunde präzisiert. Oder die Ergiebigkeit seiner Natur, aus der bekanntlich seine Korrespondenz strömte, konnte die Angabe erfordern.- „Ich habe am Sonnabend, dem 1. Juni, mein erstes Hamam-Bad genommen mit ganzem Genuß und ohne irgend Unbehagen. Es war herrlich, in der guten Wärme zu sitzen, auf die ich ja durch unsere Wärme da unten vorbereitet war, ich wünschte sogar, es gäbe auch außerhalb des Hamam davon." Ein warmes Bad, Meudon, und dann ist auch das noch zu rauh — eine kleine schöpferische Krise und drei Monate Viareggio oder Gapri sind dem Künstler gestaltbar, die er in Kniehosen, also „gewissermaßen barbeinig" verlebt und: „da wollte ein kleines Klingen in mir anheben, vielleicht ein ganz kleines nur nach so langer Zeit, und da erschien es mir nicht gut, mit diesem Klangkeim in die große Eisenbahn und dann zu neuen Eindrücken in Genua und Dijon zu fahren und wichtig, die, wenn auch noch so kleine, Niederkunft hier abzuwarten." Ein ganz Kleines nur und eine gute Wärme, Gemisch von männlichem Schmutz und lyrischer Tiefe, bezärtelt von Duchessen, hingeströmt in Briefen an die breithüftige Ellen Key - das ist die Größe von 1907. Glückliches Vaterland! Schließlich reimt sich alles, und es findet sich immer noch ein gräfliches Schloß, von dem aus man die Armen bedichtet; Gott erhört und die Federn geraten in Bewegung! Diese dürftige Gestalt und Born großer Lyrik, verschieden an Weißblütigkeit, gebettet zwischen die bronzenen Hügel des Rhonetals unter eine Erde, über die französische Laute wehn, schrieb den Vers, den meine Generation nie vergessen wird: „Wer spricht von Siegen - Überstehn ist alles!"
(Aus "Figuren")
... und Anfang glänzt / an allen Bruchstelln unseres Mißlingens

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