Meine Augen waren so weit auf

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Michael
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Meine Augen waren so weit auf

Beitrag von Michael » 2. Dez 2004, 21:44

Hallo freunde,
ich bin kein guter Schreiber, wie ihr bemerken werdet, und auch kein dichter.
Aber ich habe eine kleine Geschichte zu einem Gedicht von Rilke.
Meine Frau 32 und ich 35 lernten uns vor 15 Jahren kennen,
davon sind wir 6 Jahre verheiratet, wir haben eine Tochter sie ist 6jahre alt.
Vor einem Monat haben wir uns wie so oft gestritten,
und plötzlich wurde es ernst, da sagte sie zu mir ich liebe dich nicht mehr……
dann wurde es ganz still wir sahen uns einfach nur noch an, mir wurde ganz übel.
Wir wahren an einem punkt wo es kein zurück mehr gab und auch keine Zukunft?
nach ein paar tagen Als sich mein entsetzen Panik meine Verzweiflung langsam
setzte schlug ich ihr vor, doch eine Woche alleine in den urlaub zu fahren,
sie flog dann auch eine Woche nach lanzarote, wo sie aufblühte wie eine Blume,
sie war so glücklich und das konnte ich gar nicht verstehen, ohne meine Tochter,
und mich GLÜCKLICH ? und dann vermist sie uns noch nicht einmal?
Als sie dann nach hause Kahm war die Freude groß aber in einer Woche,
konnte sie mich natürlich nicht wieder lieben lernen.
Als ich dann eines Abends an meinem PC saß und Musik hörte kam sie zu mir,
und sagte, lege mal diese cd ein und das tat ich dann auch und hörte,

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, -
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt

In diesem Moment haben wir uns das erste Mal weinen sehen.
Ich habe beschlossen meinen Engel in Zukunft Schweben zu lassen,
damit wir uns langsam einander erkennen lernen.

stilz
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Beitrag von stilz » 7. Dez 2004, 09:53

Lieber Michael,


danke für diese wunderbare Geschichte, sie hat mich sehr berührt.

Dir und den Deinen einen innigen Advent.

Mit lieben Grüßen

Ingrid

gliwi
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Beitrag von gliwi » 7. Dez 2004, 18:36

Ja, jetzt versteht man dieses Gedicht richtig, ganz ohne "Interpretation". Das ist das Schöne an den DichterInnen: Dass sie für bestimmte Situationen Worte für uns bereitstellen, die wir selbst nie gefunden hätten, die aber genau das ausdrücken, was wir empfinden. Was entgeht alles unseren gedichteverachtenden ZeitgenossInnen!
Alles Gute weiterhin, lieber Michael!
Gruß
gliwi

Michael
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Re: Meine Augen waren so weit auf

Beitrag von Michael » 3. Jan 2005, 20:26

seit dem 30.12.04 habe ich durch Zufall erfahren,
das ich noch ein Problehm habe namens,
Wolfgang 44jahre alt , Kann ich noch an Engel glauben?

gliwi
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Beitrag von gliwi » 4. Jan 2005, 23:36

Aber sie ist doch zu dir zurückgekommen? Oder nicht? Dann hast du doch eine kräftige Chance, dieses Problem zu knacken. Gerade jetzt solltest du auf den Engel vertrauen.
Gruß
gliwi

Michael
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Re: Meine Augen waren so weit auf

Beitrag von Michael » 5. Jan 2005, 08:05

Die liebe ist leider (zum glück) kein Problem was man mit,
verstand oder guten Worten knacken kann.
Meine Frau hat am 01.01.05 mit ihm Schluss gemacht,
aber noch lange nicht seelisch glaube ich.
Wir machen eine Therapie um die bis jetzt härteste Prüfung,
unseres Lebens bestehen zu können.

Der Engel an den ich noch glaube ist 6 Jahre alt.

stilz
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Beitrag von stilz » 9. Jan 2005, 00:23

Lieber Michael,

Du hast recht, mit Verstand und ein paar guten Worten ist es nicht getan... und Ihr seid natürlich alle beide keine Engel, sondern Menschen, ebenso wie Eure 6jährige (und ist das nicht eigentlich noch viel schöner?) -

ich wünsche Dir und Euch, daß Ihr lernt, einander in der rechten Weise "frei schweben" zu lassen, ohne das Band zwischen Euch zerschneiden zu müssen... das ist vielleicht schwer, aber es lohnt sich!

Alles Liebe!

Ingrid

Gast

Re: Meine Augen waren so weit auf

Beitrag von Gast » 9. Jan 2005, 15:31

Ich kann einfach nicht loslassen, die vergangenen 15 Jahre
hatten so fiel schönes, das meint meine Frau ja auch,
aber sie kriegt diesen Mann einfach nicht aus ihrem kopf,
ich glaube das will sie im Moment auch gar nicht.
Vor 4Monaten planten wir noch ernsthaft (zu mindest ich)
Unser zweites Kind, das heißt der plan wahr sogar fertig,
wir waren dabei ihn umzusetzen und das macht mich so
fertig weil ich mich so gefreut habe,
sie sagt, das war Philleicht nur ein Assweg für sie.
Es tut so weh die Vergänglichkeit akzeptieren zu müssen,
Aber muss ich sie denn auf so eine art und weise
Kennen lernen? Ich liebe sie immer noch und
Ich glaube auch noch lange deswegen ist
die art und weise wie es passiert glaube ich, sowieso egal.
die so gern verdrängte Vergänglichkeit ist ja nicht mein
einziges Problem, die unglaubliche Enttäuschung
das ich mich für die Fehler die ich meiner Meinung nach
in den letzten 15 Jahren gemacht habe 100mal entschuldigt
habe und sie es sich gefallen lies und dann unseren letzten
Geld Reserven für einen Mama urlaub! Ausgibt,
Dann nach hause kommt und mir vorwirft
Zu wenig mit unserer Tochter unternommen zu haben
Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt schon Eine enge,
Eine sehr enge Beziehung zu diesem Mann hatte.

PS: ich bin nach wie vor kein guter Schreiber

stilz
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Beitrag von stilz » 9. Jan 2005, 18:22

Lieber Michael,

ja, Ent-Täuschung tut weh.
Aber es ist eben eine Täuschung, zu glauben, „Fehlerlosigkeit“ (wenn sie überhaupt möglich wäre) könne Vergänglichkeit aufhalten… das Leben geht weiter, und Beziehungen bleiben nicht gleich, selbst wenn sie bestehen bleiben!

Ja, Loslassen ist schwer.
Aber Loslassen ist nicht dasselbe wie Wegwerfen!

Denn – wie immer das auch ausgehen mag mit Euch beiden: die gemeinsame Vergangenheit und alles Schöne, das Ihr miteinander gehabt habt, die kann Euch niemand nehmen.
Diese Zeit in liebevoller Erinnerung behalten zu können, und gleichzeitig mit Augen, die „ganz weit auf“ sind, in die Zukunft zu blicken, bereit, alles anzunehmen, was sie bringen mag… das wünsche ich Dir.

Mit lieben Grüßen

Ingrid

Michael
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Beitrag von Michael » 9. Jan 2005, 19:00

Da hast du sehr Recht und ich danke dir,
aber es ist nicht leicht in dieser Situation
seinen Horizont auf ein Maas zu bringen
was ich ja im Grunde genommen auch
für das richtige halte vor allen dingen nicht
wenn man glaubt im Moment keinen
Horizont sehen Zu können
Aber ich Arbeite dran.

Danke Und liebe grüße Michael

Michael
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Beitrag von Michael » 14. Feb 2005, 20:18

Hallo freunde

Es scheint ein helles licht am ende des Tunnels,
auf das wir alle drei mit Großen schritten zu laufen.
Es war in den letzten 15 Jahren nie so schön,
wie im Moment (im Moment) wir haben große
Hoffnung was die Zukunft angeht.

Danke Michael

stilz
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Beitrag von stilz » 14. Feb 2005, 20:33

Lieber Michael,

das ist ein sehr schönes Valentinstag-Geschenk, danke! - Ich habe gerade heute wieder an Dich und Euch gedacht und mich gefragt, was wohl aus Euch geworden sein mag.

Alles Liebe und weiterhin viel Glück, mitsamt dem Mut, es auch anzupacken!

Ingrid

Michael
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Beitrag von Michael » 19. Mär 2005, 20:37

Hallo ihr lieben,
ich glaube es ist an der zeit mich
aus diesen Forum zurückzuziehen mit meinen
sorgen und Nöten, ich danke euch zwei
wir sind auf einem guten weg
und ich liebe das leben wider.
Was soll ich schreiben was pur fiel besser
Singen kann (ich hab geweint vor glück)

Ich danke euch, Ingrid und gliwi

gliwi
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Beitrag von gliwi » 20. Mär 2005, 21:26

Viel Glück, lieber Michael (falls du nochmal hereinschaust). Als Fazit aus dieser Diskussion könnte man festhalten: Vielleicht ist Lebenskunst die rechte Balance zwischen Durchhalten und Loslassen.
Adieu
Christiane

stilz
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Beitrag von stilz » 21. Mär 2005, 09:01

Lieber Michael,

Du machst mich sehr froh, danke!

Ich wünsche Dir und den Deinen auch weiterhin alles Gute... es war sehr schön, Dich hier ein bisserl kennenlernen zu dürfen.

Alles Liebe

Ingrid

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