Gedicht als Gegengewicht...

Was sollen wir ändern, was ausbauen, was gefällt Ihnen gut?

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Holger
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Gedicht als Gegengewicht...

Beitrag von Holger » 10. Sep 2011, 17:52

Es tut in der Seele weh, wie spamverseucht das Gedichteforum ist!
Deshalb hier nun (ausnahmsweise), als kleines Gegegengewicht, ein Gedicht:



Hörst du die Stille?

Hörst du die Stille, mein Freund? -
Wenn ein Liebes verstirbt,
hör´, wie sein Engel weint.
Vernimm, wie das Leben wirbt,
zu lauschen seidener Stille. -

Was für ein großer Wille
hat uns unhörbar
ins Leben gestellt? -
Und dieser Wille, er hält
sanft in den Armen,
was lautlos geschieht:
Das stille Erbarmen,
wenn ein Liebes entflieht.
"Denn wenn durch den Geist keine Natur wäre, dann wäre auch keine Schönheit und Kraft, sondern nur Schweigen ohne Vielfalt, ein unwandelbares Nichts - ohne Pracht und Schein..." H.J.

vivic
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Re: Gedicht als Gegengewicht...

Beitrag von vivic » 6. Jan 2012, 16:15

Freunde, eine Zeitlang war das Forum keine Freude fuer mich, es war alles tief in einem Schlamm von Spam. Jetzt ist alles wieder sauber und ich muss euch danken, Sedna, Thilo, Barbara, und gratulieren. Wer der technische Genie war weiss ich nicht, aber sie oder er verdient eine grosse Belohnung. Vielen Dank!

vivic
Aber noch ist uns das Dasein verzaubert; an hundert Stellen ist es noch Ursprung.

sedna
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Re: Gedicht als Gegengewicht...

Beitrag von sedna » 20. Jan 2012, 12:23

Lieber vivic,

danke für Deine anerkennenden Worte. Ich ergreife gleich die Gelegenheit, für die zeitweilige optische Belästigung auf rilke.de noch einmal nachträglich um Entschuldigung zu bitten.

Ich fühlte mich zuweilen an Rilkes Zeilen aus einem Brief an seine Frau Clara erinnert:
"Alles blüht natürlich auf das Rücksichtsloseste: wären es Stimmen statt der Farben: es gäbe ein unglaubliches Geschrei bis in die Nacht hinein."
So im übertragenen Sinne nun ein Bild von Wildwuchs, welcher ebenfalls lichthungrige feinere Fäden verdrängt, zu erkennen - das gibt freilich wenig Anlaß zur Freude, ja.
Dennoch, ich sehe im Nachhinein sogar eine eigenartige Notwendigkeit, so als wäre da noch eine andere zeitliche Dimension gewesen, wo in Totenstille Ahnung Gestalt annehmen wollte.

Vielleicht ähnlich dieser kurzen Zeiträume, in denen die Gartenvegetation in Schüben ins Üppige schießt, es aber nicht zu Auswüchsen von Gras, Wildstauden etc. kommt, wenn die jeweils anfallenden Pflegearbeiten regelmäßig durchgeführt wurden ... Sichtbar wird die bisherige Mühe erst, wenn die umsichtige Gärtnerin sich auf einmal nicht mehr in der Lage sieht, für ihren Garten wie gewohnt da zu sein.
(Es ist mir jetzt ein Anliegen, dafür zu Sorge zu tragen, daß keine Schatten an Orte fallen, wo sie nicht hingehören ...) Daher möchte ich - mit Verlaub - das mir von Dir zugedachte Lob dieser bewunderten und nun fehlenden Gärtnerin, gliwi, weiterreichen, denn ich habe weiß Gott noch nicht viel getan.
Der Garten ist dankenswerterweise klug und pflegeleicht angelegt - ich kann mich Deinem Dank und der Freude über das Bestehen dieses Forums also nur anschließen und wünsche uns allen hier weiterhin eine gute und spamfreie Zeit.

sedna
die ein ausbrechendes Lied in die Unsichtbarkeit wirft!

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