religiosität und textanalyse

Rilkes Roman.

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chris

religiosität und textanalyse

Beitrag von chris » 13. Okt 2004, 13:40

guten tag.

Ich werde am nächsten Montag ein Referat über diesen Roman von Rilke halten.
Nun bin ich soeben auf die Information gestoßen, dass es wohl eine starke Religiosität in den Aufzeichnungen des Malte geben soll. Diesen Punkt würde ich gerne im Referat ansprechen. Leider kann ich mir darunter nur wenig vorstellen und bin auch biblisch nicht wirklich bewandert.
Könnte mir jemand dazu Informationen bereitstellen?

Der zweite Punkt ist die Frage, welche Textstelle sich eurer Meinung nach am Besten für eine Textanalyse eignen würde.
Ich werde einen Textstelle nach Zeitgestallung, Raumgestalltung, Stilmitteln analysieren. Der Anfang mit den Gesichtern fällt weg, da dieser einem Teil des Publikums schon zu gut bekannt ist. Diese Stelle halte ich eigentlich für die beste Stelle, um die Methaphorik zu beschreiben.

Ich bin außerdem für jede Interpretationshilfe dankbar. Im Internet findet sich leider sehr wenig zu diesem Roman.

Mit freundlichen Grüßen

Christopher Vogl

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Anna B.
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Beitrag von Anna B. » 14. Okt 2004, 07:19

Hallo Chris,

meiner Meinung nach sind wichtige religiöse Themen in den "Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" das Gleichnis vom verlorenen Sohn, das von Rilke aber neu interpretiert (geändert, vielleicht sogar modernisiert ?) wird, und das Thema des Sterbens und Tod, der Vergänglichkeit . Leider habe ich momentan zu wenig Zeit, um das genauer auszuführen . Kann ich evtl in den nächsten Tagen noch nachtragen. Frag einfach nochmal !

Als Textstelle dazu würde die achte Aufzeichnung passen. Sie stellt eine andere Perspektive im "Malte" dar gegenüber seinen Erlebnissen in Paris , sozusagen eine andere Ebene . Interessant könnte dabei auch die Gegenüberstellung sein ...

Ich hoffe, dass hilft fürs erste . Vielleicht kann noch jemand anders hier im Forum weiter dazu schreiben !?

Freundliche Grüße von Anna :lol:

Paula
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Beitrag von Paula » 14. Dez 2004, 08:17

Hallo,

interessant könnte es bei diesem Thema auch sein, die Liebe Abelones zu untersuchen - zb im 70. Kapitel des "Malte":

Manchmal früher fragte ich mich, warum Abelone die Kalorien ihres großartigen Gefühls nicht an Gott wandte. Ich weiß, sie sehnte sich, ihrer Liebe alles Transitive zu nehmen, aber konnte ihr wahrhaftiges Herz sich darüber täuschen, daß Gott nur eine Richtung der Liebe ist, kein Liebesgegenstand? Wußte sie nicht, daß keine Gegenliebe von ihm zu fürchten war? Kannte sie nicht die Zurückhaltung dieses überlegenen Geliebten, der die Lust ruhig hinausschiebt, um uns, Langsame, unser ganzes Herz leisten zu lassen? Oder - wollte sie Christus vermeiden? Fürchtete sie, halben Wegs von ihm aufgehalten, an ihm zur Geliebten zu werden? ...

Was meint Ihr ?

Liebe Grüße von Paula :lol:

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Anna B.
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Beitrag von Anna B. » 15. Dez 2004, 08:21

Hallo Paula,

danke für diesen Hinweis ! Ich habe es bisher nicht geschafft, den "Malte" zu Ende zu lesen . Momentan sind mir Rilkes Gedichte irgendwie lieber .

Liebe Grüße von Anna :lol:

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