Prüfung am, Mittwoch!Hilfe!

Rilkes Roman.

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Zitronenfalter
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Prüfung am, Mittwoch!Hilfe!

Beitrag von Zitronenfalter » 22. Apr 2005, 15:40

Hallo, ich bin neu hier. Am Mittwoch habe ich eine Prüfung über den ERzählanfang. Ich soll selbst einen Schnitt machen, der natürlich sinnvoll ist und erklären, warum hier vielleicht etwas neues anfängt und soll den Anfang auch nach Stilmitteln hin untersuchen. Wer hat einen gescheiten Vorschlag für mich, wo man einen logischen Schnitt machen kann?!

Ist der Roman in personaler ERzählperspektive geschrieben oder ist ein ich-Erzähler zu entdecken? Ich denke, ich weiß selbst die richtige Lösung, aber ich möchte meine Erkenntnisse einfach nur bestätigt sehen.

Bitte hekft mir einfach, denn ich fürchte mich vor der Prüfung...

Liebe Grüße,
Zitronenfalter :(

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Anna B.
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Beitrag von Anna B. » 23. Apr 2005, 09:53

Hallo Zitronenfalter :lol: ,

hi, hi , hast Du meinen Beitrag über die Schmetterlinge und Blumen gelesen ??? Hier kommt ein Blümchen , d ist ein Versuch einer Antwort !

Erstmal würde ich den "Malte" überhaupt nicht als Erzählung bezeichnen . Deswegen war ich auch zuerst etwas stutzig, was Du meinst . Der "Malte" besteht aus Tagebuchaufzeichnungen, Notizen und Gedanken des Malte Laurids Brigge . Dieser ist auch der Berichterstatter , der oft in Ich-Form seine Überlegungen notiert. Ob er dabei an ein weiteres Publikum denkt bleibt für mich offen . Zunächst einmal ist es der Versuch , in einer neuen Umgebung Orientierung zu finden für sich selbst . Das merkt man auch im Stil und an der Sprache ...

Nun zu Deiner Frage nach dem Schnitt . Ich sehe verschiedene Möglichkeiten und habe hier noch einmal die erste Aufzeichnung reinkopiert zum besseren Überblick :

II. September, rue Toullier.

So, also hierher kommen die Leute, um zu leben, ich würde eher meinen, es stürbe sich hier. Ich bin ausgewesen.


erste Variante eines Schnittes, den ich bevorzugen würde . Danach folgt eine Aufzählung von Erlebnissen und Eindrücken, die Malte begegnen auf seinem Weg durch Paris . Dieses setzt sich in die folgenden Aufzeichnungen fort , so dass es - meine Meinung - für einen Einstieg zu lang ist ....

Ich habe gesehen: Hospitäler. Ich habe einen Menschen gesehen, welcher schwankte und umsank. Die Leute versammelten sich um ihn, das ersparte mir den Rest. Ich habe eine schwangere Frau gesehen. Sie schob sich schwer an einer hohen, warmen Mauer entlang, nach der sie manchmal tastete, wie um sich zu überzeugen, ob sie noch da sei. Ja, sie war noch da. Dahinter? Ich suchte auf meinem Plan: Maison d'Accouchement. Gut. Man wird sie entbinden - man kann das. Weiter, rue Saint-Jacques, ein großes Gebäude mit einer Kuppel. Der Plan gab an Val-de-grâce, Hôspital militaire. Das brauchte ich eigentlich nicht zu wissen, aber es schadet nicht.


hier könnte auch ein Schnitt sein ...


Die Gasse begann von allen Seiten zu riechen. Es roch, soviel sich unterscheiden ließ, nach Jodoform, nach dem Fett von pommes frites, nach Angst. Alle Städte riechen im Sommer.

hier könnte ein weiterer Schnitt sein...

Dann habe ich ein eigentümlich starblindes Haus gesehen, es war im Plan nicht zu finden, aber über der Tür stand noch ziemlich leserlich: Asyle de nuit. Neben dem Eingang waren die Preise. Ich habe sie gelesen. Es war nicht teuer.

und hier könnte man auch wieder einen Schnitt setzen...

Und sonst? ein Kind in einem stehenden Kinderwagen: es war dick, grünlich und hatte einen deutlichen Ausschlag auf der Stirn. Er heilte offenbar ab und tat nicht weh. Das Kind schlief, der Mund war offen, atmete Jodoform, pommes frites, Angst. Das war nun mal so. Die Hauptsache war, daß man lebte. Das war die Hauptsache.

Während ich das schreibe, fällt mir ein, dass hier die Frage nach einem Hörspiel auftauchte vor einiger Zeit über den "Malte" ! Das könnte eine interessante Sache werden ...

Hoffentlich hilft Dir das jetzt weiter ? Wo würdest Du denn den Schnitt setzen ?

Liebe Grüße von Anna Blume

und toi, toi, toi für Deine Prüfung !

Paula
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Beitrag von Paula » 24. Apr 2005, 18:19

Hallo Zitronenfalter ,

ich finde den Schluss wesentlich spannender von den "Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" Rilkes . Das sollte man mal untersuchen, aber dafür muss man erstmal alles gelesen haben ... Interessant fände ich es , die Rolle Abelones zu untersuchen - durch den ganzen Roman hindurch....

Aber - Du möchtest ja etwas über den Anfang wissen . Wenn Du den gesamten Roman meinst, finde ich Annas Schnitt - mit den drei Sätzen - zu kurz , aber das ist Ansichtssache . Für den gesamten Roman würde ich den Schnitt vor der ersten Aufzeichnung über Ulsgaard machen, den Tod des alten Kammerherrn .

Bin gespannt, was Du über Deine Gedanken dazu schreibst.

Liebe Grüße von Paula :lol:

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