epoche? wichtig!

Rilkes Roman.

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baatschi
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epoche? wichtig!

Beitrag von baatschi » 21. Jun 2007, 18:03

halli hallo ;)

ich bin ganz neu hier im forum und hab mich vorallem angemeldet, weil ich für mein referat über rilkes malte etwas hilfe brauche.

ich muss für mein referat die epoche genauer beschreiben, aber mein problem ist, dass ich nicht mal weiß, was es für eine epoche ist. mein freund meint symbolismus, im internet hab ich aber schon naturalismus (ist doch das gegenteil von symbolismus oder nicht?), moderne, impressionismus und noch so einiges anderes gelesen. könnt ihr mir jetzt vllt helfen?

in welche epoche ist "die aufzeichnungen des malte laurids brigge" einzuordnen und woran erkenne ich das?

viele liebe grüße, die baatschi

helle
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Beitrag von helle » 23. Jun 2007, 11:29

Du kannst nach Stichworten im Rilke-Forum suchen, und wenn Du das tust, Epoche, Symbolismus, Expressionismus usw. eingibst, findest Du ein paar Diskussionen dazu, die aber, wenn ich mich recht entsinne, meistens mit der Einsicht enden, daß Rilke einer bestimmten Epoche schwer oder gar nicht zuzuordnen ist. Zum Glück! Würde man sagen: Der Mann ist ein typischer Symbolist, wäre er wohl weniger Rilke. Es ist ein bequemes Schema, zu sagen, eine Epoche dauert von dann bis dann und hatte bestimmte Merkmale und diese Merkmale findet man nun auch bei diesem und jenen Dichter aus der Zeit wieder. Das ist zwar oft richtig, führt aber meistens nicht weit. Rilke jedenfalls macht einem eine solche Zuordnung besonders schwer. In seinem Herzen ist er Romantiker, eher im Sinn einer Haltung als im Sinn des Epochentitels, das ist mit anderen Epochen manchmal auch so, z.B. mit dem Sturm und Drang oder der Aufklärung.

Rilke nimmt viele »Einflüsse« in sich auf, von den zeitgenössischen Dichtern wie Dehmel oder Liliencron oder den französischen sog. Symbolisten und später von Hölderlin usf. Deswegen ist Rilke noch kein Symbolist, er ist überhaupt nichts mit der Endung »–ist« . Teile seines Werkes sind im oder sogar nach dem Expressionismus entstanden, ohne viel davon aufgenommen zu haben (auch wenn Rilke einige der expressionistischen Autoren und Gedichte schätzte, von Werfel und Heym z.B.).

Beim »Malte« würde ich dagegen sagen, daß es ein modernes Buch und ein Buch der Moderne ist, was sich am Thema der Großstadt und der Vereinzelung des einzelnen in ihr zeigt, aber auch an der assoziativen und fragmentarischen Erzählweise mit unterschiedlichen Textformen, die die traditionelle Romanform (etwa Stifters oder Fontanes) eher auflösen als fortsetzen. EIn weites Feld, um bei Fontane zu bleiben!

Viel Glück!

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