romantische Züge im "Malte"

Rilkes Roman.

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DianaP.
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romantische Züge im "Malte"

Beitrag von DianaP. » 29. Jun 2009, 13:28

Hallo,
ich ein Seminar zur Romantik und halt bald ein Referat zum Thema: "Fragment des Wunderbaren: Rilkes ´Malte Laurids Brigge`". Deshalb ist nun meine Frage, welche romantischen Elemente ihr im Malte finden würdet. Und was würdet ihr unter Fragment des Wundebaren verstehen?

Natürlich habe ich mir selber schon Gedanken dazu gemacht und Literatur gewälzt... aber mich würden dennoch andere Meinungen interessieren, da ich Neue deutsche Literaturwissenschaft erst seit diesem Semester habe und kaum ein Experte bin.

Schon mal danke für eure Antworten.

Diana

gliwi
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Re: romantische Züge im "Malte"

Beitrag von gliwi » 29. Jun 2009, 15:52

Romantische Elemente sind die Wiedergänger: die tote Frau, die durchs Zimmer läuft, der Arm, der aus der Wand kommt u.ä. Auch Abelone, die Wandelbare, schwer Greifbare, erinnert mich an romantische Frauengestalten. Aufwachsen im Schloss, in einer aristokratischen, rückwärtsgewandten Welt kommt in der Romantik auch oft vor.
Gruß
gliwi
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stilz
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Re: romantische Züge im "Malte"

Beitrag von stilz » 29. Jun 2009, 16:11

Liebe Diana,

zu "Fragment des Wunderbaren" fällt mir eine Briefstelle ein, die ich hier schon einmal zitiert habe.
Vielleicht ist es so gemeint, daß wir uns diesen Roman selbst zum "Wunderbaren" zu ergänzen haben?

Herzlichen Gruß, und viel Erfolg!

stilz
Zuletzt geändert von stilz am 29. Jun 2009, 23:27, insgesamt 1-mal geändert.
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lilaloufan
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Re: romantische Züge im "Malte"

Beitrag von lilaloufan » 29. Jun 2009, 16:20

stilz, RMR zitierend, hat geschrieben:… Diese Aufzeichnungen, indem sie ein Maß an sehr angewachsene Leiden legen, deuten an, bis zu welcher Höhe die Seligkeit steigen könnte, die mit der Fülle dieser selben Kräfte zu leisten wäre.
JA!
rolando in [url=http://rilke.de/phpBB3/viewtopic.php?p=1317#p1317]Posting #1317[/url] hat geschrieben:Der ganze "Malte" ist selber ein Versuch Rilkes, aus der künstlerischen Schaffenskrise herauszukommen.
Da würde ich ansetzen.

Gruß,
l.
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DianaP.
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Re: romantische Züge im "Malte"

Beitrag von DianaP. » 30. Jun 2009, 11:25

Vielen Dank für eure Antworten.

Gliwis Antwort ist im Wesentlichen mit meinen Recherchen Deckungsgleich: Rüchbesinnung auf Vergangenes - Abkehr von der Industialisierung; Nähe zur Natur (Spaziergänge mit den Hunden auf Urnekloster); die engelsgleiche Sängerin Abelone etc.

Mit Fragment des Wunderbaren, glaube ich mittlerweile, ist das Mystische im Text gemeint. Die komplette Seligkeit wie sie das Zitat beschreibt fällt damit ja auch in diesen Bereich.

Aber war denn die Mystik auch ein Kennzeichen der Romantik? ICh bilde mir ein so etwas irgendwo gelesen zu haben.

Beste Grüße,
Diana

gliwi
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Re: romantische Züge im "Malte"

Beitrag von gliwi » 30. Jun 2009, 12:10

Na, dann scha mal nach bei Brentano. Der hat die Visionen einer Mystikerin aufgezeichnet.
Gruß
gliwi
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