Pantheismus bei Rilke

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Mathilda
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Pantheismus bei Rilke

Beitrag von Mathilda » 26. Mai 2007, 13:00

Hallo,

war Rilke pantheistisch ? was meint er, wenn er von Weltinnenraum spricht ? gibt es ein Lexikon für solche Wörter ?

Mathilda

Ingo
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Ich glaube schon ...

Beitrag von Ingo » 7. Okt 2007, 15:41

daß man ihn so nennen könnte.

Aber Schlagwörter sagen heute wenig aus. Und man glaubt doch eigentlich sicher zu wissen, daß sich Rilke gegen eine solche schlagwortartige Vereinnahmung wehren würde. (Wenn er es nicht überhaupt irgendwo schon ausdrücklich getan hat.)

DoMi
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Beitrag von DoMi » 8. Okt 2007, 15:06

Hallo Ingo,

ich weiß nicht ganz was du damit zum sagen möchtest, aber meiner Meinung nach (die noch nicht auf einer besonders großen Erfahrung, bzw. Bildung beruht) hat Rilke den Ausdruck des Weltinnenraums sehr hoch eingeschätzt. Natürlich ist ein Ausdruck wie dieser viel zu weit, als dass man ihn kurz und knapp definieren könnte...aber einen Definitionsversuch zu machen erscheint mir doch sehr wichtig.
Allein schon der Erklärung wegen.
Viel zu kurz ausgedrückt bedeutet Rilkes Weltinnenraum (, so viel ich weiß) die Verbindung von Außen- und Innenwelt.

Hallo Mathilda,

Ich habe einen Erklärungsversuch von Marie hier gefunden. Vielleicht hilft dir das.
Um Weltinnenraum zu erklären, versuche ich’s am besten wieder mit der altindischen Philosophie; dort gibt es den Begriff Maya für die äußere Welt, der soviel wie Illusion bedeutet. D.h. alles, was wir als Wirklichkeit betrachten, ist eigentlich nur ein Produkt unseres Geistes. Ziel ist es, unsere ganzen Projektionen quasi zurückzuholen und die Einheit des Geistes wieder herzustellen. Das bedeutet letztendlich, dass es keine Aufspaltung mehr zwischen Subjekt (= Betrachter) und Objekt (=betrachtetem Gegenstand/Gegenüber) mehr gibt. Theoretisch ist das mit unserem analytischen Verstand, der ja gerade auf dieser Aufspaltung basiert, schwer nachvollziehbar. Rilke muss aber ein sehr feines, natürliches Gespür für dieses Getrenntsein gehabt haben. Sobald diese Trennung bewusst wird, ist sie gleichzeitig auch sehr schmerzlich, da man selbst in der größten Intimität immer doch nur das Getrenntsein vom geliebten Menschen erfährt. Weltinnenraum ist wahrscheinlich als Pseudonym für die mystische All-Einheit zu verstehen. Ich weiß nicht, ob Rilke sich mit dem Zweig des Tantra beschäftigt hat, der die Verwirklichung dieser Einheit in der (Wieder-)Vereinigung (körperlich wie seelisch) zweier Menschen sieht, aber irgend so etwas muss ihm vorgeschwebt haben, denn ein weltfernes Asketentum war ihm (trotz gelegentlicher Ansätze) doch eher wesensfremd. Sicher hat auch seine Vorliebe für Ägypten damit zu tun, da in dessen Mythologie ebenfalls die Zweiheit (s. Isis-Osiris) eine große Rolle spielt.
Liebe Grüße

Dominik

P.S. Wie macht man denn diese links von einem zum nächsten Thema??
Würde mich mal interessieren...wäre hier hilfreich gewesen.

helle
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Beitrag von helle » 8. Okt 2007, 16:12


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