Technik + Rilke ?

Allgemeine Fragen zu geistigen Interessen

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Barbara
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Beitrag von Barbara » 15. Feb 2005, 21:23

Hallo,

zum Thema Telegraphie , Geschichte der Telegraphie hier als Ergänzung einige Links.

Im Übrigen - für die Jüngeren hier im Forum - bedeutet "Kabel" in dem Gedicht wohl soviel wie "Telegramm" und mit "hohes Haus" sind wohl "Wolkenkratzer" gemeint , ja - die gab es damals auch schon :lol: !

http://www.devcon3.de/elektromagnetischetelegraphie.htm

http://www.wissensnetz.de/lexikon/wiki, ... rafie.html

http://einstein.informatik.uni-oldenbur ... ektris.htm

Wie so oft: alles scheinbar nur eine Frage der Kommunikation :wink: ?

Viele Grüße von Barbara :lol:

AnnaLouise

Beitrag von AnnaLouise » 11. Jun 2005, 07:01

Hi,

manchesmal eignen sich direkte Anschlüsse mehr - besonders dann, wenn der Zug keine Verspätung hat :wink: :lol: !

Liebe Grüße von AnnaLouise 8)

Fritz
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Beitrag von Fritz » 28. Nov 2005, 22:16

Hallo,

kann mir mal jemand erklären, wie Rilke Expressionist und gleichzeitig Adliger sein konnte ? Ist doch irgendwie ziemlich psycho-abgefahren , oder ? Ich versteh das nicht ? Ihr ?

Fritz 8)
"Zwei alte Tanten tanzen Tango mitten in der Nacht..." (G.Kreisler)

gliwi
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Beitrag von gliwi » 28. Nov 2005, 23:07

1. War Rilke adlig? Wieso hieß er dann nicht von Rilke? :shock:
2. Wo ist das Problem? Adlig sein bezieht sich auf die Abstammung, nicht auf die Weltanschauung. (Soviel ich weiß, hatte Rilke während der Räterepublik in Bayern durchaus Sympathien für die Linke). Und auch nicht auf die Kunstrichtung. :roll:
3. War Rilke Expressionist? Auch das wäre mir neu. Die Expressionisten haben ganz andere Gedichte gemacht. Ich finde, man kann ihn am ehesten noch mit den Impressionisten in Zusammenhang bringen, aber eigentlich gehört er in keine Schublade Seine Lyrik übersteigt die Schubladen, ganz wie die Mörikes.
Gruß
gliwi
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. KANT

lacrima
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Beitrag von lacrima » 29. Nov 2005, 14:42

soweit ich weiß, war rilke definitiv kein expressionist. auch wenn ich gliwi recht geben muss, wenn sie sagt, dass seine poesie eine kategorie für sich ist, wird rilke heutzutage meines wissens nach in neuromantik, impressionismus und symbolismus eingeordnet.
Weißt du's noch nicht? Wirf aus den Armen die Leere
zu den Räumen hinzu, die wir atmen; vielleicht daß die Vögel
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Paul A.
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Beitrag von Paul A. » 29. Nov 2005, 20:48

Hi,

ja - welcher Stilrichtung oder Epoche Rilke tatsächlich angehört hat, da streiten sich die Gelehrten . Dennoch meine ich, dass einige seiner Gedichte wahrhaftig dem Expressionismus zugeordnet werden können - vor allem die späteren . Und haben nicht die "Duineser Elegien" expressionistische Anklänge ?

Paul :lol:
"... Knaben, o werft den Mut/ nicht in die Schnelligkeit,/ nicht in den Flugversuch./ Alles ist ausgeruht:/ Dunkel und Helligkeit,/ Blume und Buch." (R.M. Rilke)

lacrima
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Beitrag von lacrima » 1. Dez 2005, 20:14

vielleicht haben die duineser elegien expressionistische anklänge, mit meinem schülerwissen erlaube ich mir hier kein endgültiges urteil :roll: ,
aber ich denke, dass nie sonderlich auf seine so denn überhaupt vorhandene adligkeit gepocht hat. wenn sein vater eisenbahner war, wird er es doch wohl kaum gewesen sein... ich kann mich selbstverständlich auch irren...
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Paul A.
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Beitrag von Paul A. » 1. Dez 2005, 21:15

Hallo,

einen Egon von Rilke gab es . So muss Rilke adlige Vorfahren gehabt haben .

Warum nur wird immer so furchtbar viel in sein Leben hinein geheimnist :? ?

Paul
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lacrima
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Beitrag von lacrima » 1. Dez 2005, 21:18

adlige vorfahren oder verwandte sicher, aber es muss doch eine bedeutung haben, dass in seinem familienzweig das "von" fehlt...
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lilaloufan
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Beitrag von lilaloufan » 14. Mai 2006, 12:49

«Hätte es damals, einst, als die Sintflut sinken wollte, Zeitungen gegeben, wie heute, ich bin sicher, die Wasser wären nicht gefallen, oder höchstens künstlich durch die Erfindung einer ungeheueren Pumpmaschine, die, wie Maschinen nun einmal sind, für die Hülfe, die sie den Menschen erwies, sich auf eine andere gründliche Weise würde gerächt und bezahlt gemacht haben.»

Muzot, 2. XII.1921

Macht das nicht deutlich, wie Rilke die Technik-Welt, dieses sinnliche und doch wesensverborgene Kulturreich unter der Natur (in dem Sinne, wie Kunst ein Kulturreich über der Natur darstellt) nur im Zusammenhang mit anderen Dekadenzerscheinungen der Kultur skeptisch betrachtet - und nicht etwa kategorisch die Maschinen überhaupt?
»Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.«

Mona
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Beitrag von Mona » 25. Jan 2007, 23:08

Hallo,

was bedeutet "Tun ohne Bild" (in der neunten Elegie) ? Ich rätsel schon hin und her , aber ich komm einfach nicht drauf ! Bitte, könnt Ihr mir helfen ?

Mona :lol:
"Wie man sich lange über die Bewegung der Sonne getäuscht hat, so täuscht man sich immer noch über die Bewegung des Kommenden. Die Zukunft steht fest,... wir aber bewegen uns im unendlichen Raume."(RMR)

Paul A.
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Beitrag von Paul A. » 26. Jan 2007, 15:45

Hallo Mona,

hättest Du etwas weiter gelesen, Du hättest die Antwort gleich gefunden:

Zwischen den Hämmern besteht
unser Herz, wie die Zunge
zwischen den Zähnen, die doch,
dennoch, die preisende bleibt.

Paul :lol:
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Mona
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Beitrag von Mona » 26. Jan 2007, 18:19

Hallo,

... wenn das so einfach wäre . Natürlich habe ich das auch gelesen, aber ich kann es nicht so ganz nachvollziehen, was es bedeutet. Soll das heißen: Preisen geht immer , auch wenn die Zunge zwischen den Zähnen liegt ? Seit wann preise ich mit der Zunge , die doch ganz selbstverständlich (nicht) zwischen den Zähnen liegt ? Ich hätte mich sonst auf die Zunge gebissen ?!

Mona :lol:
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stilz
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Beitrag von stilz » 26. Jan 2007, 18:59

Nun... so wie die Zunge bei den allermeisten Menschen, zumindest bei allen, die ich kenne, angewachsen ist, kann man schon sagen, daß sie "zwischen den Zähnen" liegt, finde ich, auch wenn wir nicht grad draufbeißen! :lol:
Also: diese Zunge lebt inmitten der allerschrecklichsten "Waffen", die wir im Mund haben... und dennoch läßt sie sich nicht beirren und preist... ebenso wie das Herz "bestehen" kann, mitten unter den Hämmern... ebenso wie der Dichter "preist", auch wenn er spürt, wie rings um ihn die Dinge "schwinden"...

Zum Thema

..................... Mehr als je
fallen die Dinge dahin, die erlebbaren, denn,
was sie verdrängend ersetzt, ist ein Tun ohne Bild.


möchte ich auch noch verweisen auf
http://rilke.de/phpboard/viewtopic.php? ... ight=#6689
Da zitiert lilaloufan aus einem sehr erhellenden Brief...

Lieben Gruß!

stilz
"Wenn wir Gott mehr lieben, als wir den Satan fürchten, ist Gott stärker in unseren Herzen. Fürchten wir aber den Satan mehr, als wir Gott lieben, dann ist der Satan stärker." (Erika Mitterer)

Paul A.
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Beitrag von Paul A. » 26. Jan 2007, 20:35

Hallo Mona,

eins ist klar: mit zusammengebissenen Zähnen kann man nicht preisen :lol: !

Auch spricht die "Zunge zwischen den Zähnen", die etwas weiter hinter den Zähnen liegende, davon, dass das Preisen aus dem Inneren kommt, also nicht aus der Zunge, sondern aus dem Herzen.

Kennst Du die "Geschichte vom kleinen Prinzen" ?
Man sieht nur mit dem Herzen gut; das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"
(Antoine de Saint-Exupéry)

Paul :lol:
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