"Ausgesetzt auf den Bergen" Interpretation

Rilke-Texte gesucht und gefunden

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Nina

Beitrag von Nina » 13. Jan 2006, 22:44

Hallo,
...blüht ein unwissendes Kraut singend hervor....
Hallo, vielen Dank für die vielen Beiträge zu meiner Frage!

Mir gefällt diese Stelle: ein unwissendes Kraut, das klingt doch ziemlich negativ, abwertend... Manchmal fühle ich mich auch so, wenn ich alle die Beiträge hier lese oder auch die wunderschönen Gedichte Rilkes ! Aber das unwissende Kraut blüht singend empor, das heißt, es hat noch eine kleine Chance ... ?!

Nina :lol:

stilz
Beiträge: 1186
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Beitrag von stilz » 14. Jan 2006, 00:22

Hallo Nina,

also, mir gefällt die Stelle auch sehr... aber ich finde nicht, daß "unwissend" abwertend ist!
Mir fällt eher ein: unschuldig, kindlich, nichts wissend von schweren Konflikten oder Unheil... dazu paßt auch das "heile Bewußtsein" des "gesicherten Bergtiers"...
Irgendwo in unseren Herzen haben wir doch alle so einen Winkel, wo wir noch "heil" und geborgen sind... oder zumindest wäre es schön, wenn es so wäre ---

Ungeordnete nächtliche Assoziationen...

Lieben Gruß!

stilz

Harald
Beiträge: 230
Registriert: 28. Dez 2005, 23:47

Beitrag von Harald » 14. Jan 2006, 10:40

Denk mal an die zwei apfelhungrigen Ureltern, die vom Baum der Erkenntnis geknuspert haben. Wissen kann auch negative Konnotationen haben. Ähnlich wie "niemandes Schlaf", das (peinigende) individuelle Erleben und Fühlen abgeschüttelt hätte.
... und Anfang glänzt / an allen Bruchstelln unseres Mißlingens

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