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GeMir
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Beitrag von GeMir » 7. Apr 2007, 15:46

Guten Tag!

Ich habe folgendes Problem: ich würde gern das Gedicht "Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort" auf meinem Homepage zitieren. Ich mache es immer so:
"Sozusagen grundlos vergnügt" (Mascha Kaléko)

Ich freu mich, daß am Himmel Wolken ziehen
Und daß es regnet, hagelt, friert und schneit.
Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,
Wenn Heckenrosen und Holunder blühen.
- Daß Amseln flöten und daß Immen summen,
Daß Mücken stechen und daß Brummer brummen.
Daß rote Luftballons ins Blaue steigen.
Daß Spatzen schwatzen. Und daß Fische schweigen.

Ich freu mich, daß der Mond am Himmel steht
Und daß die Sonne täglich neu aufgeht.
Daß Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,
Gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter,
Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.
Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!
Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.
Ich freue mich vor allem, daß ich bin.

In mir ist alles aufgeräumt und heiter:
Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.
An solchem Tag erklettert man die Leiter,
Die von der Erde in den Himmel führt.
Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,
- Weil er sich selber liebt - den Nächsten lieben.
Ich freue mich, daß ich mich an das Schöne
Und an das Wunder niemals ganz gewöhne.
Daß alles so erstaunlich bleibt, und neu!
Ich freu mich, daß ich... Daß ich mich freu.

© Deutscher Taschenbuch Verlag
...aber ich weiß nicht wem gehört das Copyright auf dieses Gedicht von Rilke.
Könnten sie mir vielleicht helfen?..
"Es regnet hier...
Immer..."

Bo
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Beitrag von Bo » 7. Apr 2007, 17:23

Hallo,
die Urheberrechte enden in Deutschland 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Rilke ist 1926 gestorben.
Aber bitte Vorsicht: Unbedingt nach eine Ausgabe zitieren, die keinen anderen Herausgeber oder Bearbeiter hat (also im Idealfall: Erstausgabe heranziehen), die können nämlich eigene Rechte haben, die berücksichtigt werden müssen.
Meist gibt es aber bei Rilke keine Probleme.
Gruß
Bo

GeMir
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Beitrag von GeMir » 7. Apr 2007, 18:35

Bo
Vielen Dank für die Antwort! Das ist es eben - ich versuche diese Erstausgabe zu finden :)
"Es regnet hier...
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Bo
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Beitrag von Bo » 8. Apr 2007, 18:12

Keine Sorge,
bei diesem Gedicht kannst Du auch auf die Sammlung der 'Frühen Gedichte' zurückgreifen. Wir haben Sie hier auch in der Navigationsleiste unter 'Gedichte'.
Der Text ist korrekt, außer, dass im Original die Zeilen 3,4, 6,7,8 mit kleinen Buchstaben beginnen.
Das sollten wir auch mal korrigieren (Thilo).
Bo

Magierin
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Beitrag von Magierin » 1. Sep 2007, 11:38

hallo :-)

zum copyright, bzw. urheberrecht habe ich auch noch eine frage. ich bin künstlerin und möchte bei verschiedenen meiner bilder mit rilkegedichten arbeiten. nun sind das werke, die dann ja auch verkauft werden. kann ich da auch problemlos auf rilke zurückgreifen, oder gibt es bei diesen kommerziellen dingen schwierigkeiten?
ich bin dankbar, wenn mir da jemand helfen kann.

liebe grüße,
magierin
"Kunst heißt, nicht wissen, dass die Welt schon ist und eine machen." (Rainer Maria Rilke)

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Volker
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Beitrag von Volker » 2. Sep 2007, 00:03

"Heutzutage kommt Kunst meist von Kacke und selten von Können"
Ich hab' auch Verstand.©
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Beitrag von Magierin » 2. Sep 2007, 09:13

vielen dank für den äußerst konstruktiven beitrag.

hat vielleicht noch jemand was zum eigentlichen thema zu sagen?

danke :)
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stilz
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Beitrag von stilz » 2. Okt 2007, 10:23

Liebe Magierin,

Deine Anfrage ist zwar schon einige Wochen her, aber ich wollte das einfach nicht so stehen lassen.
Also: die (österreichische) Literar-Mechana, Wahrnehmungsgesellschaft für Urheberrechte Ges.m.b.H., hat mir auf meine Frage (ich hatte gefragt, ob es in einem solchen Fall genüge, den Namen des Autors anzuführen) folgendes geantwortet:

Bitte gehen Sie bei der Schutzfrist von 70 Jahren davon aus, dass im Falle einer Übersetzung oder Bearbeitung auch der Übersetzer oder Bearbeiter selbst die 70jährige Schutzfrist genießt. Ist dies nicht der Fall, der Autor also „frei“, kann der von Ihnen angesprochene Weg, die Angabe des Namens des Autors, eingeschlagen werden; eine Rechteeinholung (vom Rechtsnachfolger oder Verlag) ist nicht vonnöten. Im europäischen Raum gilt die 70jährige Schutzfrist eines Urhebers.

Lieben Gruß!
stilz
"Wenn wir Gott mehr lieben, als wir den Satan fürchten, ist Gott stärker in unseren Herzen. Fürchten wir aber den Satan mehr, als wir Gott lieben, dann ist der Satan stärker." (Erika Mitterer)

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Beitrag von Magierin » 12. Okt 2007, 08:21

vielen dank, lieber stilz. das war das, was ich wissen wollte. herzlichen dank für deine hilfe :)
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