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Paul A.
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Beitrag von Paul A. » 8. Jan 2007, 20:29

Blauer Montag (Berlin, 1924):
... Hellblond-schlanke, taufrische Erscheinung mit Lyzealbildung, Typ Rainer Maria Rilke, mit abgelegtem Handarbeitslehrerinnenexamen, des Alleinseins überdrüssig, möchte sich auf diesem Wege mit Schriftsteller verehelichen...
(E.W.)
"... Knaben, o werft den Mut/ nicht in die Schnelligkeit,/ nicht in den Flugversuch./ Alles ist ausgeruht:/ Dunkel und Helligkeit,/ Blume und Buch." (R.M. Rilke)

stilz
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Beitrag von stilz » 9. Jan 2007, 18:41

:lol: :lol: :lol:

... und womöglich hatte sie RMR sogar noch was voraus, nämlich eben dieses Handarbeitslehrerinnenexamen... oder tu ich ihm unrecht? Man ist versucht zu fragen: konnte Rilke handarbeiten? :wink:

Hast Du das wirklich nicht selber erfunden?

:lol:
stilz
"Wenn wir Gott mehr lieben, als wir den Satan fürchten, ist Gott stärker in unseren Herzen. Fürchten wir aber den Satan mehr, als wir Gott lieben, dann ist der Satan stärker." (Erika Mitterer)

Paul A.
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Beitrag von Paul A. » 10. Jan 2007, 22:10

Hallo stilz , Ingrid,

nun, das wäre nicht schlecht, aber ganz so alt bin ich nun doch wieder nicht , dass ich dasselbe 1924 hätte schreiben können :wink: !

Nein, diese Anzeige erschien anonym im November 1924 in der Beilage "Der blaue Montag" der Berliner Zeitung "Der Montag Morgen".

Übrigens ist auch eine nette Zeichnung dabei mit der "Annoncierenden", ein kesses junges Fräulein mit Federhut :wink: !

Die Anzeige ist Teil des Gedichts "Der großen Eheanbahnerin!" zum Eheanbahnungsjubiläum ,
Zeitungsnotiz: "Frau Direktor Kaipert, unter ihrem "nom de guerre" bekannt als Margarethe Bornstein, die weltbekannte Ehevermittlerin, hat ein eigenartiges Jubliäum gefeiert: durch ihren Takt und ihre Menschenkenntnis hat sie jetzt die 3000. Hochzeit gefeiert, die sie vermittelt hat.
Noch zwei weitere Verse aus diesem Gedicht, dass fast nur aus Anzeigen besteht:
Konzertsängerin, mit feinem Gefühl für Wohnungsästhetik, bisher unverstanden, braucht zwecks Vervollständigung ihres Liebeslebens, einen Mann, der sich den Schwingungen ihrer Seele rhythmisch anzupassen versteht. Staatsbeamter bevorzugt.
Und damit auch etwas fürs andere Geschlecht zitiert sei:
Idealist, in unkündbarer Stellung, sehr musikalisch, fühlt sich in seinem Beruf unbefriedigt, wünscht in kleine Gutbesitzerstochter einzuheiraten, um der Natur näher zu sein. Akkordzither vorhanden.
Übrigens outete sich später Erich Weinert als Verfasser dieses anonymen Gedichts .

Paul :lol:
"... Knaben, o werft den Mut/ nicht in die Schnelligkeit,/ nicht in den Flugversuch./ Alles ist ausgeruht:/ Dunkel und Helligkeit,/ Blume und Buch." (R.M. Rilke)

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